15. Fachtag „Sexuelle Gesundheit in Brandenburg“ am 23.11.2016 in Potsdam

Seit nunmehr 15 Jahren wird in Potsdam im Rahmen des Welt-Aids-Tages die Fachveranstaltung zur sexuellen Gesundheit der Initiative Brandenburg – Gemeinsam gegen Aids durchgeführt.

Vieles hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Sowohl in der Medizin als auch in der Betreuung von Betroffenen wurden große Fortschritte gemacht. Dennoch ist der Kampf gegen Aids noch lange nicht gewonnen. Nach wie vor infizieren sich weltweit und auch bei uns im Land Brandenburg Menschen mit dem HI-Virus.

UNAIDS hat das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 die HIV/Aids-Epidemie zu beenden. Teilziele sind dabei, dass 90% aller HIV-Infizierten diagnostiziert sind, 90% von ihnen mit aktuellen Medikamenten der anti-retroviralen Therapie (ART) behandelt werden und 90% aller Therapierten – bezogen auf ihre Viruslast – unter der Nachweisgrenze liegen.

Die Diskussion über den Schutz vor einer HIV-Infektion ist komplexer geworden. So zeigen aktuelle Studien, dass die vorbeugende Einnahme von HIV-Medikamenten – die sog. Präexpositions-Prophylaxe PrEP – effektiv vor einer HIV-Infektion schützen kann. Der Fachtag wird Gelegenheit bieten, sich zu dieser Möglichkeit der Prävention und dem Einsatz in der Praxis zu informieren.

2015 registrierte man deutschlandweit bereits ca. 6000 neue Tuberkulose (TB)-Fälle. Menschen, die mit HIV infiziert sind, haben bei einer gleichzeitigen Infektion mit TB-Bakterien ein erhöhtes Risiko, an einer Tuberkulose zu erkranken. Der öffentliche Gesundheitsdienst spielt bei der Umsetzung der Empfehlungen zur Diagnostik der Tuberkulose eine zentrale Rolle. Der Fachvortrag wird auf die aktuellen medizinischen Entwicklungen eingehen und dabei speziell die HIV/TB-Komorbidität berücksichtigen.

Das Prostituiertenschutzgesetz wurde im Sommer d.J. beschlossen; im nächsten Jahr wird es voraussichtlich in Kraft treten. Zu den gesetzlichen Regelungen gehört u.a. die gesundheitliche Beratung für Prostituierte, die von einer Behörde durchzuführen ist. Zum aktuellen Stand und den Möglichkeiten der Umsetzung werden wir informieren und gemeinsam diskutieren.

Wir freuen uns, Sie wieder zum Fachaustausch über aktuelle Themen der Prävention, Diagnostik und Therapie einladen zu dürfen und wünschen der Veranstaltung viel Erfolg.

Let’s Talk About Sex: Fortbildung für Ärzt_innen über Gespräche über Sexualität mit Patient_innen

09.11.2016, AIDS-Hilfe Potsdam, 14:00 – 17:00 Uhr.
Anmeldung unter: msm@aidshilfe-potsdam.de

Als Art oder Ärztin können Sie viel zur sexuellen Gesundheit und damit zur Lebenszufriedenheit Ihrer Patientinnen und Patienten beitragen. Doch wie spricht man Patienten auf ihre Sexualität an? Welche Sprachcodes und Tabus gibt es hier?

Wo liegen die eigenen Barrieren und Grenzen für die Kommunikation, wenn es um Fragen der Sexualität geht? An welche sexuelle übertragbaren Infektionen (STI) sollte man bei Männer, an welche bei Frauen denken?

Zur Klärung dieser und weiterer Fragen bieten Ihnen die Deutsche AIDS Hilfe und die AIDS-Hilfe Potsdam ein wissenschaftlich evaluiertes Fortbildungsprogramm.
Die AIDS-Hilfe Potsdam und die Deutsche AIDS Hilfe organisieren am Mittwoch, 09.11.2016 vom 14:00 bis 17:00 Uhr bei der AIDS-Hilfe Potsdam einen Halbtagesworkshop für ärztliches Personal in Brandenburg.

Dort werden Kommunikationstechniken für Gespräche über Sexualität vermittelt und anhand von Fallbeispielen praktisch eingeübt. Diese Themen gelten als Leitfaden des Workshops:

– Methoden der Gesprächsführung zu Fragen der Sexualität

– Formen sexueller Identität und sexuellen Erlebens

– Sexualität im Alter

– Umgang mit Scham und Tabus

– An Sexualpraktiken orientierte STI-Diagnostik denken.

Der Workshop wird von einem Mitarbeiter der Deutschen AIDS-Hilfe und Frau Dr. Ines Liebold, Infektiologin und HIV-Spezialistin in Blankenfelde geleitet.
Der Workshop wird von der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg zertifiziert (Kategorie C).

Um sich für den Workshop anzumelden, laden wir Sie ein, den Anmeldebogen auszufüllen.

PrEP: Der Weg ist frei!

HIV-Medikament zur Vorbeugung einer HIV-Infektion ist zugelassen

die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat am 22. Juli die Zulassung des HIV-Medikaments Truvada zur vorbeugenden Einnahme für Menschen mit hohem HIV-Risiko empfohlen. Die DAH gibt ein klares Votum für diese Schutzmöglichkeit. Sie soll aber keine Konkurrenz zu den anderen Präventionsmethoden darstellen.

HIV – PrEP

PrEP ist die Abkürzung für „Prä-Expositions-Prophylaxe“, auf Deutsch: Vorsorge vor einem Risiko-Kontakt. Bei einer PrEP nehmen HIV-negative Menschen HIV-Medikamente ein, um sich vor einer Ansteckung mit HIV zu schützen. Die Wirksamkeit der PrEP mit dem HIV-Medikament Truvada® ist bei schwulen Männern mit hohem HIV-Risiko nachgewiesen. Bei ihnen schützt die PrEP so gut wie Kondome vor HIV. In sehr seltenen Fällen kann es aber trotz PrEP zu einer Ansteckung kommen. Außerdem schützt die PrEP nicht vor anderen Geschlechtskrankheiten.

Jetzt muss die PrEP schnell verfügbar werden. Der Preis des HIV-Medikaments ist nach wie vor zu hoch.

Zum Thema PrEP findet am 8. Oktober die Veranstaltung „HIV IM FOKUS“ unter dem Motto: Gib PrEP eine Chance, werden im Berliner Rathaus Präventionsfachstellen, die Ärzteschaft und weitere Akteure aus dem HIV/STI-Bereichen in Podiumsdiskussionen, Vorträgen und Arbeitsgruppen darüber diskutieren.

weitere Info: www.update-your-life.com

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Brandenburger Lümmeltüten Aktion 2016/17

Pünktlich zum Schulstart kommen die neuen Brandenburger Lümmeltüten

am 5. September beginnt in Brandenburg das neue Schuljahr und damit werden auch die neuen Lümmeltüten verteilt. Im gewohnten Format erreichen fast 16.000 Schülerinnen und Schüler eine Postkarte mit den Beratungsangeboten zum Thema sexuelle Gesundheit, eine Kondom gesponsert von der IKK Berlin Brandenburg, zwei Broschüren zum Thema Schangerschaftsverhütung und sexuell übertragbare Infektionen und eine Postkarte der neuen BZgA Kampagne LiebesLeben.

Zum siebenten Mal wird damit anlässlich der Schulabgangsuntersuchungen eine Tüte mit wichtigen Infos in Sachen Sexualität an junge Menschen brandenburgweit verteilt.

Bereits im Frühsommer hat die Evaluierung der Lümmeltüten-Aktion begonnen. Noch bis zum Oktober werden die Meinungen der Pädagogen, Schüler_innen und Gesundheitsämter eingeholt. Das Projekt Lümmeltüte soll weiterentwickelt werden. Geplant ist eine neue Form zu entwickeln, die zeitgemäß, jugendgerecht und realistisch ist.

Sehr gern können Sie Ihre Meinung zur Lümmeltüte mitteilen. Jede Bewertung ist wichtig für die Weiterentwicklung.

 

HIV im Fokus am 08.10.2016 im Berliner Rathaus

Am 08.10.2016 findet der Fachtag „HIV im Fokus“ im Berliner Rathaus statt. Dieses Jahr ist die Initiative Brandenburg – Gemeinsam gegen Aids als Kooperationspartner dabei.

Das Thema: Neue Prävention – GIB PrEP EINE CHANCE

Wichtige Veranstaltungshinweise finden Sie hier:  HIV-IM-FOKUS_Infoletter_2016 HIV-IM-FOKUS_2016_PROGRAMM.

Die ambitionierte „90-90-90“ Kampagne der UNAIDS hat zum Ziel „AIDS zu beenden“. Wirtschaftlich starke und schwächere Länder werden zu einem neuen internationalen Aufbruch gerufen. Alle zurzeit verfügbaren Möglichkeiten sollen intensiver genutzt werden, um Neuinfektionen mit HIV zu verhindern. Die gesamte Prävention soll erneut gestärkt werden. HIV-Testung, Therapie und Verringerung der Viruslast sollen bei 90% der Betroffenen wirksam werden.

Neben Safer Sex und Safer Use ist der Schutz durch Therapie bereits seit mehr als 5 Jahren wissenschaftlich belegt. Es kann (hochwahrscheinlich) keine HIV-Übertragung bei einem Sexualkontakt stattfindet, wenn bei dem HIV-positiven Partner das HI-Virus im Blut nicht mehr nachgewiesen werden kann durch die regelmäßige Einnahme der ART (Medikamente gegen HIV).

Darüber hinaus erwarten wir im August 2016 die Zulassung von Truvada®, der „Pille zum Schutz vor HIV“ durch die europäische Arzneimittelagentur. Spätestens dann können in Europa auch HIV-negative Menschen die Möglichkeiten der medikamentösen Prävention nutzen. Insbesondere bei Männern, die Sex mit Männern haben ist die Einnahme eines antiretroviralen Medikaments zum Schutz vor einer HIV-Übertragung als wirksam belegt und führte bereits 2012 zur Zulassung in den USA. In diversen nationalen Leitlinien wird der Nutzen der PrEP – zusammen mit den bisherigen Präventionsansätzen – für Menschen mit besonders hohem Infektionsrisiko anerkannt (z.B. in Australien, Frankreich, Israel, Südafrika, USA). Der ökonomische Nutzen der PrEP konnte in Hochprävalenzsituationen ebenfalls bereits belegt werden. Durch die Veröffentlichung der Studienergebnisse aus Frankreich und Großbritannien (PROUD und IPERGAY 2015) definierte sich hinreichend die Zielgruppen für
die Prä-Expositions-Prophylaxe (PrEP). Trotzdem wird in Deutschland weiterhin um die Einführung der PrEP als Präventionsmaßnahme gerungen.

HIV IM FOKUS will am 8.10.2016 über den Stand der medikamentösen Prävention informieren.
Eingeladen sind Interessierte, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Präventionsstellen, Pflegende und Ärzteschaft. International besetzte Podien, Vorträge und Arbeitsgruppen sollen an diesem Tag ein Forum für neue Ergebnisse, Ideen und Anregungen bieten.
Leistet Deutschland genug, um das Ziel von UNAIDS zu erreichen?
Wie lässt sich die PrEP in das bestehende Portfolio der Prävention integrieren?
Wie können wir dazu beitragen, die medikamentöse Prävention in Deutschland schneller zu ermöglichen?
Wir sind der Überzeugung, dass die PrEP ein unverzichtbarer Bestandteil in der heutigen Prävention ist. Mit der PrEP erreichen wir gerade diejenigen, die durch die bisherigen Mittel der Prävention nicht angesprochen werden (und gleichzeitig einem hohen Risiko ausgesetzt sind.) Die Herauszögerung der medikamentösen Prävention führt zu vermeidbaren HIV-Neuinfektionen. Es liegt deshalb in der gemeinsamen Verantwortung von Politik und gesetzlichen und privaten Krankenkassen die neuen Wege der medikamentösen Prävention endlich zu beschreiten. Es ist angemessen, dass die HIV-Prävention oberste Priorität hat und im Fokus steht.
Wir sind davon überzeugt, dass mit dem Einsatz aller derzeit zur Verfügung stehenden präventiven Möglichkeiten das Ziel der UNAIDS „AIDS zu beenden“ bis 2030 erreicht werden kann!

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Aus „Gib AIDS keine Chance“ wird „LIEBESLEBEN“

11. Mai 16

Nach fast 30 Jahren verabschiedet sich die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) von ihrer Marke „Gib AIDS keine Chance“. Die breitenwirksame Information über HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen – kurz STIs für sexually transmitted infections – wird künftig unter der neuen Marke „LIEBESLEBEN“ erfolgen.

Die aktuelle Kampagne mit Cartoon-Motiven, die ab Mitte Mai auf über 65.000 Plakatflächen bundesweit zu sehen sein werden, will humorvoll, verständlich und plakativ die Kernbotschaften „Benutz Kondome“ und „Wenn was nicht stimmt, ab zum Arzt“ vermitteln.

Die Kampagne ist Teil der kürzlich beschlossenen Strategie der Bundesregierung zur Eindämmung von HIV, Hepatitis und anderen sexuell übertragbaren Infektionen. Vorgestellt wurde LIEBESLEBEN heute von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe und der Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Dr. Heidrun Thaiss, zusammen mit Dr. Volker Leienbach, Direktor des Verbands der Privaten Krankenversicherung.

„Gib AIDS keine Chance“ habe bei vielen Menschen mehr Bewusstsein im Umgang mit HIV geschaffen, erklärte Hermann Gröhe. Nun gelte es, die Bekämpfung von HIV und anderen STIs mit einem übergreifenden Ansatz zu verstärken und dafür Gemeinsamkeiten in Prävention, Diagnostik und Therapie zu nutzen.

STIs wie Chlamydien-, Humanpapillomvieren-, oder Syphilis-Infektionen sind deutlich weniger bekannt als HIV; Symptome werden nicht immer als solche erkannt, Unkenntnis oder auch falsche Scham verhindern eine rechtzeitige medizinische Abklärung, und Angebote zu Impfungen oder Vorsorgeuntersuchungen werden nicht oder nur unzureichend genutzt, so das Ergebnis der BZgA-Befragung zu „AIDS im öffentlichen Bewusstsein“ aus dem Jahr 2014. Das kostenlose Chlamydien-Screening für junge Frauen beispielsweise sei nur 31 Prozent der Frauen zwischen 16 und 20 Jahren bekannt.

Hintergrundinformationen zur Kampagne und den angesprochenen Gesundheitshemen gibt es auf der Website www.liebesleben.de sowie auf Facebook und bei Twitter.

 

zanzu: mein Körper, meine Gesundheit… meine Sprache

zanzu.de – Mein Körper in Wort und Bildzanzulogo

Menschen erreichen. Sexuelle und reproduktive Gesundheit fördern.

Die neue Website www.zanzu.de wurde erstmalig am 25. Februar 2016 bei der Fachkonferenz „Sexuelle Gesundheit von Migrantinnen und Migranten stärken“ dem Fachpublikum in Berlin vorgestellt. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) erarbeitete das Webportal mit der belgischen Nichtregierungsorganisation Sensoa.

Das neue Webportal bietet verständlich präsentierte Informationen rund um Körperwissen, Beziehungen, Sexualität, Schwangerschaft und Geburt, Verhütung, HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen in 13 Sprachen.

Das Webportal bietet insbesondere denjenigen, die noch nicht lange in Deutschland leben, einen diskreten und direkten Zugang zu Wissen in diesem Bereich.

So erhalten sie einfache und verständliche Informationen

– in ihrer Muttersprache

– finden unkompliziert Beratungsstellen in der Nähe

– erfahren, welche Rechte sie in Deutschland haben und welche Gesetze gelten

– erhalten einen Wegweiser durch das deutsche Gesundheits- und Beratungssystem.

So verfügten beispielsweise Heiratsmigrantinnen aus der Türkei, EU-Binnenmigrant_innen aus Bulgarien und Rumänien oder Geflüchtete aus der arabischen Region und aus Afrika, die erst vor Kurzem nach Deutschland gekommen sind, noch nicht über die notwendigen Sprach- und Landeskenntnisse.

Zudem sei in vielen Herkunftsländern der Zugang zu Wissen über die verschiedenen Aspekte sexueller Gesundheit eingeschränkt und meist nicht Gegenstand der Schulbildung. Mit dem Webangebot will die BZgA Migrant_innen die Kommunikation über sensible Themen erleichtern und sie dabei unterstützen, Ängste und Unsicherheiten abzubauen sowie Wissen zu erwerben.

„Mit dem mehrsprachigen Informationsportal zanzu.de leistet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung einen wichtigen Beitrag, um den Zugang von Migrantinnen und Migranten zur Gesundheitsversorgung zu verbessern“, erklärte die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit, Annette Widmann-Mauz zum Start der Webseite.

Für Beschäftigte im Gesundheitswesen wird zudem eine Arbeitshilfe für die tägliche Beratungspraxis angeboten. Dadurch steht in diesem Bereich eine umfassende Hilfe zur Unterstützung der Beratungs- und Versorgungstätigkeit bereit, es kann schnell und bequem passgenaue Informationen für Beratungsgespräche in verschiedenen Sprachen zusammengestellt werden und man erhält ein Wörterbuch zur Übersetzung und Erklärung von Begriffen in Beratungsgesprächen.

Weitere Informationen:

 

25. – 30.04.2016 – Brandenburg an der Havel – BZgA Ausstellung „GROßE FREIHEIT– liebe.lust.leben.“

25. – 30.04.2016 – Brandenburg an der Havel – Neustädtischer Markt
Mit der Ausstellung „GROßE FREIHEIT– liebe.lust.leben.“ greift die BZgA auf unkonventionelle Art und Weise ein Thema auf, das vielen Menschen noch viel zu wenig bekannt ist: Das Risiko, sich mit einer sexuell übertragbaren Infektion, STI, anzustecken und daran zu erkranken. STI können nicht nur das Risiko einer HIV-Infektion um ein Vielfaches erhöhen, sondern können die Gesundheit einer infizierten Person auch erheblich schädigen, wenn sie nicht erkannt und behandelt werden.
Mitmachen, Mithören, Miterleben
Über 50 interaktive Exponate laden dazu ein, sich durch Anfassen, Hören und Mitmachen spielerisch mit den Tabuthemen STI und HIV zu befassen. Wer hat vorher schon mal eine „Kondomschule“ besucht oder in einem täuschend echten Tonstudio sein eigenes Musikvideo zum Thema STI aufgenommen?

Große Freiheit Brb (H)

Gesundheit ist ein Menschenrecht! Wir fördern eine bessere Versorgung von Menschen ohne Papiere!

image_largewhoAm Donnerstag 10.12.2015 wurde der Fachtag „Gesundheit ist kein Luxus“ von der DAH und der Initiative HIV & Migration organisiert.

Menschen, die ohne Aufenthaltspapiere in Deutschland leben, müssen dringend Zugang zu medizinischer Versorgung erhalten. Auch EU-Bürgern ohne Krankenversicherung muss der Weg zur Gesundheitsversorgung geebnet werden.

Bei einer Tagung der Deutschen AIDS-Hilfe und der Bundesinitiative HIV und Migration unter dem Titel „Gesundheit ist kein Luxus!“ erörtern heute in Berlin 120 Fachleute aus mehreren Ländern, wie der Zugang zu medizinischer Behandlung in Deutschland für diese Gruppen sichergestellt werden könnte. Die Weichen muss jedoch die Bundesregierung stellen.

Gesundheit ist ein Menschenrecht

Dazu erklärt Sylvia Urban vom Vorstand der Deutschen AIDS-Hilfe: „Ein Versorgungsmodell für Menschen ohne Papiere oder Versicherung ist überfällig. Ein Zugang zur regulären Gesundheitsversorgung ist ethisch, epidemiologisch und ökonomisch geboten. Die Politik steht in der Pflicht, die Praktiker im Gesundheitswesen mit diesem Problem nicht länger allein zu lassen. Gesundheit ist kein Luxus, sondern ein Menschenrecht!“

Der Ausschluss von medizinischer Behandlung führt nicht selten zu vermeidbaren schweren Erkrankungen wie Aids – teilweise mit tödlichen Folgen. Er trägt zugleich zur Verbreitung von Infektionen wie HIV bei.

„Hier untätig zu bleiben, widerspricht aller Vernunft und Menschlichkeit“, sagt Sylvia Urban.

Die Organisation Ärzte der Welt erklärt: „Die Tatsache, dass Nicht-Regierungsorganisationen versuchen müssen, die Versorgungsdefizite über die Einrichtung von Ambulanzen und Praxen zu schließen, ist weder gesundheitsökonomisch noch menschenrechtlich vertretbar. Die Bundesregierung hat die Pflicht sicherzustellen, dass alle Menschen in Deutschland Zugang zur Gesundheitsversorgung gemäß der UN-Menschrechtscharta erhalten.“

Bisher sind viele Menschen ohne Papiere oder Versicherung auf die besondere Unterstützung von Ärzten und Hilfsorganisationen angewiesen. Länder wie England und Spanien zeigen mit ihren Versorgungsmodellen längst, dass es auch anders geht.

Angst vor Abschiebung verhindert Behandlung

Menschen ohne Papiere haben in Deutschland zwar formal Anspruch auf eine eingeschränkte medizinische Behandlung nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Viele begeben sich jedoch aus Angst vor Abschiebung nicht in Behandlung. Denn wer zum Arzt oder in die Notaufnahme geht, zeigt sich quasi selbst an.

Behandelnde Einrichtungen müssen sich zur Kostenerstattung an das Sozialamt wenden, das gemäß Aufenthaltsgesetz zur Weiterleitung der Daten an die Ausländerbehörde verpflichtet ist. (Eine nicht verbindliche Ausnahmeregelung gibt es lediglich für Notfallbehandlungen.) Geltendes Recht verhindert eine wirkungsvolle Behandlung kranker Menschen.

Auch EU-Bürger von Versorgung ausgeschlossen

Zugangshindernisse bestehen auch für manche EU-Bürger in prekären Lebenssituationen, zum Beispiel aus osteuropäischen Ländern wie Bulgarien und Rumänien. Eine reguläre Krankenversicherung ist für sie oft unerreichbar, teilweise greifen im Heimatland bestehende Versicherungen nur im Notfall oder können nicht nachgewiesen werden.

Frühe reguläre Versorgung ist effektiver und billiger

Oft landen Menschen aufgrund dieser Zugangsvoraussetzungen am Ende mit weit fortgeschrittenen Krankheiten und irreparablen Gesundheitsschäden in der Notaufnahme, manche sind nicht mehr zu retten. Die Behandlung ist dann in der Regel aufwändig und teuer.

Zugleich zeigen Studien, dass die Aufnahme aller Migranten in die reguläre Versorgung wirtschaftlich günstiger ist als aufwändige Parallelsysteme mit weniger Leistungen.

Die Bundesinitiative HIV und Gesundheit fordert daher:

  • Zugang aller in Deutschland lebenden Menschen zur Regelversorgung, wie sie durch die gesetzliche Krankenversicherung zur Verfügung steht
  • Ein erster unverzichtbarer Schritt: Die Inanspruchnahme medizinischer Leistungen darf nicht länger zur Weitergabe der persönlichen Daten an die Ausländerbehörde führen.
  • Eine kontinuierliche Gesundheitsversorgung auch für Menschen, die ihre Identität aus persönlichen Gründen nicht preisgeben können oder wollen
  • Eine frühzeitige Therapie der HIV-Infektion gemäß den Empfehlungen der Welt-Gesundheitsorganisation – sie verbessert den Gesundheitszustand erheblich und beugt einer Übertragung von HIV vor.

Zum Netzwerk „HIV und Migration“ gehören:

  • Deutsche AIDS-Hilfe
  • Ärzte der Welt
  • AIDS Action Europe
  • Verband für Interkulturelle Arbeit (VIA), Berlin
  • Medizinische Praktiker_innen aus HIV-Praxen und Kliniken
  • Gesundheitszentren
  • lokale Aidshilfen
  • Projekten für Sexarbeiter_innen und drogengebrauchende Menschen
  • weitere politische Initiativen

Die AIDS-Hilfe Potsdam sammelt 1930,26€ für den Nothilfefonds des Vereines am Welt Aids Tag 2015

Dank an alle Helferinnen und Helfer am Welt-Aids-Tag 2015 in Potsdam

Viele, Bürgerinnen und Bürger aus der Stadt Potsdam, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung Potsdam, Politikerinnen und Politiker, Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler der Aidshilfe, haben dem Verein AIDS-Hilfe Potsdam mit viel Kraft und Engagement anlässlich des Welt-Aids-Tages in Potsdam geholfen und unermüdlich die Rote Schleife, als Symbol der Solidarität mit HIV-positiven Menschen und von Aids Betroffenen, an hunderte von Jacken und Mäntel gesteckt.

Ebenso wurde für den Nothilfefonds des Vereins gesammelt, der Betroffenen in Notlagen zur Verfügung steht.

Alle Helferinnen und Helfer haben immer wieder darauf hinwiesen, dass es HIV noch gibt und dass Stigmatisierung, Zurückweisung wegen der Infektion und die Angst davor bei Menschen mit HIV heute meist schwerer wiegen, als die gesundheitlichen Folgen der Infektion.

 

Danke an alle anonymen Spender, die zu einer Spendensumme in Höhe von 1.930,26 € beitrugen.

 

Vielen Dank an die SchülerInnen und Schüler der 8. Klasse der Gesamtschule Peter-Joseph-Lenné, die sich an der Aktion beteiligten.

Vielen Dank an Potsdam Licht e.V., die anlässlich des Welt-Aids-Tages  zusätzlich einen Spendenscheck in Höhe von 250,00 Euro dem Verein übergaben.