Arbeitsgruppe I

HIV/Aids/STI-Beratung und Prävention

Broschüre: HIV-positive Menschen in der Arbeitswelt
Empfehlungen der Initiative Brandenburg – Gemeinsam gegen Aids
vom 24. November 2016

Die Arbeitsgruppe 1 führt Maßnahmen durch, die der Umsetzung der Gesundheitsziele dienen. Im Jahr 2016 erarbeitete die AG 1 Empfehlungen zum Umgang mit HIV-positiven Menschen in der Arbeitswelt. Mit diesen Empfehlungen soll ein wichtiger Beitrag zum offenen und diskriminierungsfreien Umgang mit Menschen die HIV-positiv snd ermöglicht werden. Unbegründete Ängste abzubauen und somit ein positives Zusammenleben und Zusammenarbeiten zu erreichen ist ein Anliegen der Empfehlungen.

Dabei spielen Arbeitgeber_innen für Menschen mit HIV eine wichtige Rolle. Die Empfehlungen unterstützt mit aktuellen Informationen zum Leben  und Arbeiten mit HIV, um Sicherheit im Umgang mit dem Thema sowie mit HIV-positiven Bewerbern und Mitarbeitern zu vermitteln. Das Positionspapier „HIV und Arbeit“ wird vom MASGF anlässlich der Tour 2017 zum Thema „Gute Arbeit“ an Landkreise und kreisfreie Städte herangetragen und unterstützt.

Hier finden Sie die Empfehlungen: Positionspapier HIV und Arbeit_ 2017

 

Rechenschaftsberichte der AG 1

anlässlich der 15. Fachtagung „Sexuelle Gesundheit in Brandenburg“, 23.11.2016 Rechenschaftsbericht AG 1 04.11.16

anlässlich der 14. Fachtagung „Sexuelle Gesundheit in Brandenburg“, 25.11.2015 Rechenschaftsbericht AG 1 16.11.15

anlässlich der 13. Fachtagung „HIV und Aids im Land Brandenburg“, 19.11.2014

Ziel 1: Die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Brandenburg ist durch geeignete Präventionsmaßnahmen gesenkt.

Die Akteure der AG 1 konzentrierten sich im Jahr 2014 auf die Umsetzung der Projekte, die während der 12. Fachtagung angeregt wurden und die aktuell im Kontext der Gesundheitsziele im Bereich HIV/Aids/STI-Prävention und Beratung stehen. Die Mitglieder der AG 1 erfüllen in ihrer Tätigkeit einen wichtigen Beitrag bei der Verhinderung von HIV-Neuinfektionen im Land Brandenburg. Dazu gehören die sexualpädagogische Arbeit, die das Konzept der sexuellen Gesundheit für junge Menschen verfolgt, Aktionstage wie die JugendFilmTage, Schülergesundheitstage, das Projekt „Komm auf Tour“, die regionale Begleitung der BZgA Ausstellung „Große Freiheit“, Informationsstände, die Entwicklung von Medien für junge Menschen und der wichtige Bereich der Beratung und Testung von HIV und anderen STI`s. Die genauen Zahlen der Veranstaltungen und erreichten Personen im Jahr 2014 werden in der dazu erstellten Statistik erfasst und 2015 vorgestellt.
Die AG 1 setzt sich mit ihren Aktivitäten und Konzepten dafür ein, dass den Menschen verständlich gemacht wird, dass sie in ihrem persönlichen Schutzverhalten und ihrem Risikobewusstsein nicht nachlassen. Die Akteure beobachten die Veränderungen des Präventionsverhaltens der Menschen in Brandenburg und ziehen daraus Schlussfolgerungen für zukünftige Maßnahmen und Aktivitäten.
Im Berichtszeitraum wurden folgende Präventionsmaßnahmen und Aktivitäten durchgeführt, mit dem Ziel, die Zahl der HIV-Neuinfektionen zu senken.

1.1. Der Wissenstand zu zeitgemäßer HIV/Aids-Prävention ist verbessert. Die Zahl der Multiplikatoren ist erhöht.

1.1.1. Für Arztpraxen stehen Printmedien mit Informationen für Patientinnen und Patienten zum HIV-Test zur Verfügung.
In Deutschland leben rund 14.000 Menschen, die noch nichts von ihrer HIV-Infektion wissen. Menschen gehen häufig zu spät zum Test bzw. erkennen erst durch eine schwere Immunschädigung, dass sie HIV-infiziert sind. Die neuen Printmedien sollen diese Thematik aufgreifen, informieren und hinsichtlich der HIV-Testung, Test-Orte benennen. Für die Sensibilisierung der Patientinnen und Patienten wurden zwei Medien für den Wartezimmerbereich von Arztpraxen entwickelt. Ein Poster und ein Postkartenflyer zum Mitnehmen. Ziel dieser Kampagne ist, die Normalisierung des HIV-Testes zu fördern, Hilfe zu leisten bei der Überwindung von Ängsten bei Infektionsrisiken, Vertrauen zu schaffen und die Vielfalt der Testmöglichkeiten bekannt zu machen.
Die Umsetzung der Poster- und Postkartenaktion wird in Hausarzt_innenpraxen, bei Dermatolog_innen und Gynäkolog_innen erfolgen. Es ist geplant, bei dieser Aktion 2.800 Brandenburger Arzt_innenpraxen mit diesen Medien zu erreichen. Das Ziel ist, die HIV-Infektionen so früh wie möglich zu diagnostizieren bzw. bisher unentdeckte HIV-Infektionen zu erkennen und in eine fachärztliche Betreuung zu vermitteln.

1.1.2. Ärztinnen und Ärzte sind mittels Infomaterialien über Indikatoren Erkrankungen, die den Verdacht auf eine HIV-Infektion nahelegen, informiert und bieten den HIV-Test vermehrt an.
Bei der rechtzeitigen HIV-Diagnose spielen die Brandenburger Ärzt_innen eine wichtige Rolle. Um Ärzt_innen über ihre aktive Rolle zu informieren und sie über wichtige Anhaltspunkte bezüglich der HIV-Infektion zu sensibilisieren, wurde ein Informationsflyer für den Arzt/die Ärztin entwickelt. Frau Oberärztin Dr. Liebold begleitete die Entwicklung des Flyers und gab wichtige fachärztliche Hinweise.
Der Flyer informiert über das aktuelle Bild der HIV-Infektion in Deutschland, gibt wichtige Hinweise zu den Indikator-Erkrankungen hinsichtlich der notwendigen HIV-Diagnostik, informiert über die aktuelle Situation der frühzeitigen HIV-Therapie und stellt die wichtigsten Erkrankungen und Symptome der CDC-Klassifikation dar. Das Ziel ist, die Möglichkeit der HIV-Testung in den Brandenburger Arzt_innenpraxen bekannt zu machen und eine Erhöhung der Testzahlen zu erreichen, um damit eine rechtzeitige Diagnose der HIV-Infektion zu sichern. Der Flyer steht Hausärzt_innen, Dermatolog_innen und Gynäkolog_innen zur Verfügung und wird im Rahmen der Poster- und Postkarten-Aktion verteilt.

1.2. Zielgruppenspezifische Präventions- und Informationsangebote (für den MSM-Bereich, Migranten, Jugendliche, Inhaftierte) stehen zur Verfügung
Die Mitglieder der AG 4 – Männer, die Sex mit Männern haben (MSM) und schwule Männer präsentieren die Umsetzung der Ziele und Aktivitäten in ihrem Rechenschaftsbericht. Die AIDS-Hilfe Potsdam e.V. hat alle Justizvollzugsanstalten (JVA) über die Brandenburger Präventionsangebote für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den JVA ́en und inhaftierte Menschen mit einem Rundbrief informiert und aktuelle Medien in diesem Bereich vorgestellt. Ein Fachgespräch zwischen dem Gesundheitsministerium, dem Justizministerium und der AIDS-Hilfe Potsdam ermittelte den Bedarf an Fortbildungen für die Angestellten in den Anstalten und die Umsetzung von Präventionsangeboten im Brandenburger Jugendgefängnis Wriezen.

1.2.1. Die Lümmeltüten wurden an Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen in Gymnasien verteilt.
Während der 12. Fachtagung wurde angeregt, die Lümmeltüten-Aktion auch auf die Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen in den Brandenburger Gymnasien zu erweitern. Die Gesundheitsämter wurden gebeten, die notwendigen Zahlen zu erfassen. Insgesamt wurden im Jahr 2014 17.000 Schülerinnen und Schüler in Brandenburg mit der Lümmeltüten-Aktion erreicht.
Das Gewinner-Motiv aus dem Schüler-Kreativ-Wettbewerb 2013 wurde im Berichtsjahr für die neue Lümmeltüte und Postkarte genutzt. Mit der Lümmeltüte können alle Landkreise und kreisfreien Städte des Landes Brandenburg für ihre Beratungsangebote werben und einen höheren Bekanntheitsgrad erreichen. Das Brandenburger Projekt „Lümmeltüte“ zeigt, dass durch die Zusammenarbeit von Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, öffentlichen Gesundheitsdienst und freien Trägern ein wichtiger Beitrag zur Umsetzung des gemeinsamen Ziels „Die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Brandenburg zu senken“ geleistet wird. Besonders ist hier das hohe Engagement der Gesundheitsämter hinsichtlich der Bewerbung der Aktion vor Ort zu würdigen. Die AG 1 bedankt sich herzlich für diese sehr gute Zusammenarbeit.

1.2.2. Die Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium und den nachgeordneten Behörden ist gesichert. Auf den Internetseiten sind Informationen zur sexuellen Gesundheit für die Arbeit an Schulen eingestellt.
Der Bildungsserver Berlin Brandenburg stellt durch eine Verlinkung zur Internetseite der Initiative Brandenburg – gemeinsam gegen Aids die Angebote der Mitglieder dar und gewährleistet damit eine umfassende Information über die Brandenburger Angebote im Bereich der Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention im Bereich HIV/Aids und anderen sexuell übertragbaren Infektionen für Pädagoginnen und Pädagogen des Landes Brandenburg.
Pädagoginnen und Pädagogen von Heil-und Pflegeberufen im Land Brandenburg Am 11.11.2014 wird eine eintägige Fortbildungsveranstaltung für alle Fachlehreinnen und Fachlehrer der ca. 30 Berufsschulen im Land Brandenburg durchgeführt. Ein Konzept für diesen 1-tägigen Fachtag wurde von Klinikum Ernst von Bergmann, Frau Dr. Liebold und der AIDS-Hilfe Potsdam entwickelt.

1.3. Beratung mit freiwilliger Testung (VCT) werden häufiger durchgeführt und sind in ihrer Qualität verbessert.

1.3.1. Der HIV-Schnelltest wird in ausgewählten Gesundheitsämtern bedarfsorientiert vorgehalten. Informationen zum HIV-Schnelltest-Angebot sind im Internet verfügbar.
Der HIV-Test wird in allen Gesundheitsämtern des Landes Brandenburg kostenlos und anonym durchgeführt. Darüber hinaus bieten die Vereine Katte e.V. und AIDS-Hilfe Potsdam e.V. den HIV- Schnelltest und Schnelltests auf andere sexuell übertragbare Infektionen in Potsdam und Cottbus an. Mit diesen Beratungs- und Testangeboten konnten weitere Zugangsmöglichkeiten für Brandenburger Ratsuchende und Testwillige – insbesondere für den MSM-Bereich – geschaffen werden.
Für Frauenarzt_innenpraxen wird weiterhin der Flyer mit Informationen zum HIV-Test in der Schwangerschaft und zum Beratungsgespräch vor- und nach dem HIV-Antikörpertest zur Verfügung gestellt. Der HIV-Schnelltest wird bisher kaum von den Gesundheitsämtern angeboten.

1.3.2. Hausärztinnen und –Ärzte bieten den HIV-Test vermehrt an.
Durch die Verteilung der Printmedien an Brandenburger Hausärzt_innen, Gynäkolog_innen und Dermatolog_innen wird erreicht, dass sie bei bestimmten Beschwerden und Erkrankungen der Patient_innen vorsorglich auf eine notwendig werdende HIV-Diagnostik achten Ebenfalls wird in den Printmedien auf die wichtige Problematik der Late Presenter hingewiesen. Um diese Gruppe in der Arzt_innenpraxis zu identifizieren ist es wichtig, dass der HIV-Test angemessen sensibel angeboten und eine Risikoanamnese erstellt wird. Dadurch besteht die Chance, dass mehr HIV-Tests durchgeführt werden.

Berichterstattung: Sabine Frank