Deutsch-Österreichische Leitlinie zur HIV-PEP aktualisiert

Deutsch-Österreichische Leitlinie zur HIV-PEP aktualisiert

13.05.2022

Nach einem Kontakt mit HIV kann eine medikamentöse Prophylaxe (HIV-Post-Expositions-Prophylaxe, kurz HIV-PEP) eine HIV-Infektion meistens verhindern. Die Deutsche und die Österreichische AIDS-Gesellschaft haben ihre Leitlinie zur HIV-PEP nun aktualisiert.

Bei der Frage, wann eine HIV-PEP empfohlen, angeboten oder nicht angeboten werden soll, hat sich nur wenig geändert. Neu sind Empfehlungen für die Medikamente sowie zum Vorgehen bei tiefen Bissverletzungen, blutenden Schnittverletzungen mehrerer Beteiligter und bei sexualisierter Gewalt.

HIV-PEP: empfehlen, anbieten, nicht anbieten?

Entscheidend dafür, ob eine PEP empfohlen, angeboten oder nicht angeboten werden soll, ist die Wahrscheinlichkeit einer HIV-Übertragung. Sie steigt mit der übertragenen Virenmenge und hängt auch vom Ort (intakte Haut, verletzte Haut, Schleimhaut), der Art und der Dauer des Kontakts mit HIV ab.

Unter der Behandlung mit HIV-Medikamenten ist die Zahl der HIV-Kopien im Blut und anderen Körperflüssigkeiten so gering, dass eine HIV-PEP in der Regel nicht angezeigt ist.

Zu HIV-Infektionen kann es kommen, wenn größere Mengen HIV-haltiger Körperflüssigkeiten von Menschen mit HIV übertragen werden, die keine HIV-Medikamente nehmen oder bei denen die Medikamente die Virenvermehrung nicht vollständig unterdrückt wird. Zu diesen Körperflüssigkeiten gehören vor allem Blut, Samenflüssigkeit, Vaginalsekret und der Flüssigkeitsfilm auf Darmschleimhaut.

HIV-PEP: Arbeitswelt, Sex, Drogenkonsum

  • Im beruflichen Zusammenhang wird eine HIV-PEP dann empfohlen, wenn zum Beispiel bei einer Stichverletzung durch die Haut (perkutan) mit einer Injektionsnadel oder einer anderen Hohlraumnadel oder bei einer Schnittverletzung mit einem Skalpell oder Messer eine größere Menge einer (wahrscheinlich) HIV-haltigen Körperflüssigkeit in den Körper gelangt.
  • Um eine HIV-Infektion auf sexuellem Weg zu stoppen, wird eine PEP bei ungeschütztem eindringendem oder aufnehmendem Anal- oder Vaginalverkehr empfohlen, wenn der*die Sexualpartner*in mit erhöhter Wahrscheinlichkeit eine nicht oder nicht ausreichend behandelte HIV-Infektion hat.
  • Im Kontext des intravenösen Drogengebrauchs wird zu einer HIV-PEP geraten, wenn ein Injektionsbesteck geteilt wurde, das Blut mit einer infektionsrelevanten HIV-Menge enthält. Gebrauchte Spritzen, die etwa in Parks gefunden werden, stellen dagegen laut Leitlinie kein HIV-Infektionsrisiko dar, sodass keine PEP erfolgen soll.

Neu: Empfehlungen zur HIV-PEP nach sexualisierter Gewalt

In die Leitlinie neu aufgenommen wurden die Aspekte sexualisierte Gewalt und Biss- und Schnittverletzungen:

Opfern sexualisierter Gewalt soll eine PEP angeboten werden, wenn es zu Anal- oder Vaginalverkehr ohne Schutz gekommen ist; explizit genannt werden der Schutz durch Kondome/Femidome oder eine HIV-Prä-Expositions-Prophylaxe, hinzu kommt der Schutz durch eine HIV-Therapie.

Eine PEP nach Oralverkehr soll hingegen nicht erfolgen, da das HIV-Risiko minimal ist.

Ebenfalls neu: Empfehlungen zur HIV-PEP nach Biss- und Schnittverletzungen

Auch bei tiefen blutigen Bissverletzungen soll eine PEP empfohlen werden, wenn sie durch eine nicht oder nicht ausreichend antiretroviral behandelte HIV-positive Person verursacht wurde, die zum Zeitpunkt des Bisses selbst blutende Verletzungen im Mund aufweist. Als Beispiel wird ein Zungenbiss durch einen epileptischen Anfall genannt.

Bei seriellen Schnittverletzungen, das heißt, wenn mehrere Personen blutende Verletzungen durch dasselbe Instrument erleiden, soll eine HIV-PEP angeboten werden.

Deutsch-Österreichische Leitlinie zur medikamentösen Postexpositionsprophylaxe (PEP) nach HIV-Exposition (Version 2022)

Beratung des Hilfetelefons „Gewalt gegen Frauen“ auf Ukrainisch!Телефон довіри „Насильство щодо жінок“ – Beratung auf Ukrainisch!

Beratung des Hilfetelefons „Gewalt gegen Frauen“ auf Ukrainisch!

Seit dem 01. Mai 2022 ist die Beratung beim Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ auch auf Ukrainisch möglich

Телефон довіри „Насильство щодо жінок“ – Beratung auf Ukrainisch!

(Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“)

Aufgrund der aktuellen Entwicklungen hat das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ sein Sprachangebot erweitert. Gewaltbetroffene Frauen finden ab sofort auch in ukrainischer Sprache Unterstützung. Auf Wunsch einer Anruferin schalten die Beraterinnen innerhalb einer Minute eine Dolmetscherin in der benötigten Sprache zum Gespräch hinzu. Die kostenfreie, anonyme und vertrauliche Beratung unter der 08000 116 016 ist damit jetzt in 18 Fremdsprachen möglich.
https://www.hilfetelefon.de/das-hilfetelefon/beratung.html

 

Vergewaltigt – was nun? – Fünfte Brandenburger Klinik bietet vertrauliche Spurensicherung

„Ich brauche dringend ein Gespräch mit einer Gynäkolgin/einem Urologen“ – mit diesem Schlüsselsatz bei der Aufnahme gibt es sofort und vertraulich zusätzliche Hilfe an nunmehr fünf Kliniken in Brandenburg.


Mit der Soforthilfe haben Opfer sexueller Gewalt – unabhängig von einer Anzeige – die Möglichkeit, neben der medizinischen Versorgung vertraulich von einer Ärztin oder einem Arzt Tatspuren sofort sichern zu lassen. Wenn das Opfer sich erst spät für eine Anzeige entscheidet, kann die Polizei auf das Beweismaterial zurückgreifen.
Die vertrauliche Spurensicherung wird in fünf Brandenburger Kliniken angeboten:
Klinikum Frankfurt (Oder)
Ruppiner Kliniken Kliniken Neuruppin
Carl-Thiem-Klinikum Cottbus
Ernst von Bergmann Klinikum Potsdam
Klinikum Brandenburg an der Havel.

Das Programm „Vergewaltigt – was nun? Medizinische Soforthilfe und vertrauliche Spurensicherung“ gibt es seit 2014 im Land Brandenburg, es richtet sich an Frauen, Männer und Kinder aller Altersgruppen. Wenn ein Opfer in einer der fünf Kliniken kommt, kann es unter anderem mit dem Satz „Ich brauche dringend eine Gespräch mit einer Gynäkologin/ einem Urologen“ diskret darauf aufmerksam machen, dass eine sexuelle Gewalttat bzw. eine Vergewaltigung stattgefunden hat. In diesem Fall wird es unverzglich zu der entsprechenden Station weitergeleitet. Dort wird in ruhiger Atmosphäre das weitere Vorgehen mit der Ärztin oder dem Arzt beraten. Auf Wunsch wird auch der Kontakt zu Opferunterstüzungseinrichtungen vermittelt, die Betroffene nachsorgend beraten.

Informationen zur medizinischen Soforthilfe und vertraulichen Spurensicherung gibt es bei allen Opferberatungsstellen der Opferhilfe des Landes Brandenburg:
http://www.opferhilfe-brandenburg.de

und auf der Internetseite:
http://www.hilfe-nach-vergewaltigung-brandenburg.de

Download für Infoflyer in mehreren Sprachen:
https://www.hilfe-nach-vergewaltigung-brandenburg.de/download-infomaterial/

Neue Broschüre: Infos in Leichter Sprache

Die Deutsche Aidshilfe hat eine neue Broschüre herausgegeben.

Infos in Leichter Sprache zu HIV und Aids, Geschlechts-Krankheiten, Hepatitis
Mit diesem Heft möchte die Deutsche Aidshilfe in Leichter Sprache über HIV und Aids aufklären.

Dort wird z.B. erklärt:

  • Was ist HIV?
  • Was ist Aids?
  • Wie kann ich mich schützen?
  • Wo bekomme ich Hilfe?
  • Und vieles mehr.

Ebenfalls sind darin Infos zu Geschlechts-Krankheiten zu finden.

Die Krankheiten werden beim Sex übertragen.

Bestellt werden kann diese Broschüre:

https://www.aidshilfe.de/shop/infos-leichter-sprache-hiv-aids-geschlechts-krankheiten-hepatitis

Diskriminierung von schwulen und bisexuellen Männern bei der Blutspende

Blutspende-Ausschluss: Problem der Diskriminierung nicht gelöst

Deutsche Aidshilfe: Die neue Regelung zum Ausschluss von Männern, die Sex mit Männern haben, ist wissenschaftlich nicht nachvollziehbar. Es ist an der Zeit für ein interdisziplinäres Verfahren mit Beteiligung der betroffenen Gruppen.
In Deutschland wurde im Herbst 2021 die Karenzzeit für Männer, die Sex mit Männern haben, von 12 auf 4 Monate verkürzt, für dauerhaft monogam lebende Paare gilt keine „Wartezeit“. Trans* Personen werden in der Regelung gesondert erwähnt.

Die Bundesärztekammer (BÄK) hat heute eine überarbeitete Fassung der Richtlinie Hämotherapie veröffentlicht, die den Ausschluss von Menschen mit erhöhtem HIV-Risiko von der Blutspende regeln soll. Sie reagiert damit auf jahrelange Kritik, dass der weitgehende Ausschluss von Männern, die Sex mit Männern haben, diskriminierend sei.
Die neue Regelung ist bei der Bundesärztekammer nachzulesen.

In Zukunft sollen auch schwule und bisexuelle Männer spenden dürfen, wenn sie in einer dauerhaften monogamen Beziehung leben. Sexuelle Kontakte zwischen Männern außerhalb solcher Beziehungen führen fortan zu einem Ausschluss für vier Monate, statt wie bisher für ein Jahr. Beim Sexualverkehr zwischen Männern und Frauen führen nur „häufig wechselnde Partner/Partnerinnen“ zum Ausschluss.

Die Deutsche Aidshilfe kritisiert die deutsche Blutspenderichtlinie in einer detaillierten Positionsbeschreibung.
Positionsbeschreibung der Deutschen Aidshilfe.

Dazu sagt Björn Beck vom Vorstand der Deutschen Aidshilfe:

„Wir begrüßen, dass statt Gruppenzugehörigkeiten in Zukunft reale HIV-Risiken eine größere Rolle spielen sollen. Leider müssen wir aber feststellen: Die neue Version des Ausschlusses löst das Problem der Diskriminierung von schwulen und bisexuellen Männern nicht. Das Kriterium der Monogamie ist zumindest fragwürdig, kann doch jeder Mensch nur über sein eigenes Verhalten sichere Aussagen machen. Die gesonderte Nennung von trans Personen ist schlicht stigmatisierend. Die Ausschlussfrist von vier Monaten ist nicht nachvollziehbar. “

Diskriminierende Sprache

Ein zugrunde liegendes Papier der BÄK und anderer Organisationen verwendet zudem diskriminierende Begriffe wie „sexuelles Risikoverhalten“ oder „Risikogruppe“. Es gendert nur zweigeschlechtlich, sodass Menschen, die sich weder als Mann noch als Frau begreifen schlicht ausgeblendet werden.

Entwicklungen zur Blutspende in anderen europäischen Ländern aus?

In Frankreich sollen sexuell aktive schwule und bisexuelle Männer künftig ohne Karenzzeit Blut spenden dürfen.

Derzeit sind sie nur zugelassen, wenn sie in den zurückliegenden vier Monaten keinen gleichgeschlechtlichen Sex hatten. Diese Einschränkung soll zum 16. März 2022 aufgehoben werden.

In Griechenland wurde am 10. Januar 2022 das generelle Blutspendeverbot für Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), aufgehoben. Bislang wurde dort allen Männern, die seit dem Jahr 1977 mindestens einmal Geschlechtsverkehr mit einem anderen Mann hatten, die Blutspende verweigert.

In Litauen sollen ab Mai 2022 MSM ohne viermonatige Karenzzeit Blut spenden dürfen. Der Blutspendebogen soll künftig keine Fragen zur sexuellen Orientierung enthalten, stattdessen werde eine „neutrale Frage“ zu riskantem Sexualverhalten aufgenommen, heißt es auf der Seite des Litauischen Nationalfersehens und -Radios LRT.

England: England hat im September 2021 gezeigt, dass es auch anders geht: Ein interdisziplinäres Steering-Komitee hat eine innovative Regelung erarbeitet, die ohne die Zuschreibung von Risiken an bestimmte Gruppen auskommt.

Sabine Frank

Weihnachten 2021

Die Initiative Brandenburg – Gemeinsam gegen Aids bedankt sich bei Ihnen für Ihren Einsatz, Ihr Vertrauen und Ihre Unterstützung im vergangenen Jahr. Ihnen und Ihrer Familie wünschen wir ein erfülltes Weihnachtsfest und ruhige Feiertage.

Wir wünschen Ihnen für das neue Jahr Gesundheit, Glück und Zufriedenheit.

Wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit mit Ihnen.

Ab 3. Januar 2022 sind wir wieder für Sie da!

Geschäftsstelle der Initiative Brandenburg-Gemeinsam gegen Aids
Sabine Frank

HIV im Arbeitsleben: E-Learning gegen Vorurteile

#positivarbeiten:Deutsche Aidshilfe und Relias Learning GmbH veröffentlichen zum Welt-Aids-Tag kostenloses Fortbildungstool für eine diskriminierungsfreie und entspannte Zusammenarbeit.

Menschen mit HIV können heute bei rechtzeitiger Diagnose und Behandlung leben und arbeiten wie andere Menschen auch. Sie erleben jedoch häufig noch Diskriminierung, Vorurteile oder unnötige Berührungsängste – auch im Arbeitsleben. Um das zu ändern, wurde #positivarbeiten ins Leben gerufen, die Arbeitgeber*innen-Deklaration der Deutschen Aidshilfe gegen Diskriminierung – für Respekt und Selbstverständlichkeit. In Deutschland haben bereits über 145 Unternehmen, Verbände, Städte, Ministerien und Betriebe unterzeichnet.

Lebendiges Wissen

Auch die Relias Learning GmbH ist seit 2020 dabei. Zusammen mit der Deutschen Aidshilfe hat der Online-Bildungsanbieter für das Gesundheitswesen jetzt seine Expertise genutzt und den etwa 60-minütigen E-Learning-Kurs „Leben und Arbeiten mit HIV“ entwickelt, der individuell und kostenlos absolviert werden kann. Der Kurs frischt Grundlagenwissen zum Thema HIV auf, baut Mythen, Ängste und Vorurteile ab und vermittelt, wie die ganz selbstverständliche Zusammenarbeit mit HIV-positiven Kolleg*innen gelingt. Fallbeispiele, Videosequenzen und Antworten von HIV-positiven Menschen auf häufig gestellte Fragen lassen das Thema lebendig werden.

Gelebte Diversität

„Für Relias sind Diversität und Inklusion ein Herzensanliegen und gelebte Realität. Auch in unseren E-Learning-Kursen bilden wir die Vielfalt der Gesellschaft ab. Deshalb haben wir gerne die Erklärung #positivarbeiten unterzeichnet – und der Deutschen Aidshilfe angeboten, dieses Anliegen mit dem zu unterstützen, was wir am besten können: mit einem E-Learning-Modul“, erklärt Geschäftsführer Stefan Herm.

„Die Deutsche Aidshilfe begrüßt dieses Engagement von Relias sehr“, erklärt Winfried Holz vom DAH-Vorstand. „Selbstverständlich positiv leben und arbeiten – das lässt sich nur mit dem Engagement vieler in der Arbeitswelt und unter Einbeziehung von Menschen mit HIV selbst erreichen. So geht #positivarbeiten: Auf Worte folgen Taten für ein diskriminierungsfreies Miteinander. Dabei bringen die Unterzeichnenden ihre ureigenen Fähigkeiten und Qualitäten ein. Das ist großartig und wir hoffen, dass sich viele daran ein Vorbild nehmen!“

Der E-Learning-Kurs „Leben und Arbeiten mit HIV“ steht auf der Relias-Webseite kostenlos und ohne Registrierung zur Verfügung. Notwendig sind nur ein Internetzugang und ein Browser.

Zum E-Learning Kurs: http://preview.relias.com/library/demo/de/rel-de-0-50520/story.html.

#positivarbeiten: www.positiv-arbeiten.de

Relias Learning: https://www.relias.de/

Deutsche Aidshilfe: www.aidshilfe.de

Pressekontakt:

Deutsche Aidshilfe
Holger Wicht – Pressesprecher
Tel. (030) 69 00 87 – 16
presse@dah.aidshilfe.de
www.aidshilfe.de

Junge Menschen besonders von Chlamydien betroffen

BZgA informiert mit Social-Media-Kampagne

Chlamydien zählen zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen (STI).
Aktuelle Daten der GeSiD-Studie zu Gesundheit und Sexualität in Deutschland belegen, dass jedoch lediglich ein Fünftel der Erwachsenen zwischen 18 und 35 Jahren Chlamydien kennt. Vor allem junge Menschen sind stark von diesen bakteriellen Infektionen betroffen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) macht mit ihrer Initiative LIEBESLEBEN daher ab sofort verstärkt in sozialen Netzwerken auf Chlamydien aufmerksam: Unter dem Hashtag #WissenWasRumgeht sind junge Leute aufgerufen, sich zu dem Thema auf www.liebesleben.de zu informieren.

Die Kommunikation in der ärztlichen Praxis unterstützt die neue Informationskampagne mit Factsheets für Ärztinnen und Ärzte, Flyern für Patientinnen und Patienten und Wartezimmerplakaten für die direkte Ansprache junger Frauen und Männer. Zudem verstärken reichweitenstarke Influencerinnen und Influencer im Netz und in den sozialen Medien die Aufmerksamkeit für das Thema Chlamydien.

Chlamydien verursachen häufig keine Symptome

Chlamydien-Infektionen lösen häufig keine Beschwerden aus. Symptome wie Ausfluss, Brennen beim Wasserlassen oder Schmerzen beim Sex sowie Zwischenblutungen können auftreten – meist ein bis drei Wochen nach der Ansteckung – sie müssen es aber nicht. Auch können sich Beschwerden von selbst bessern oder sogar ganz verschwinden. Dennoch kann eine Chlamydien-Infektion noch immer im Körper sein und sich weiter ausbreiten. Wer Anzeichen bei sich bemerkt oder vermutet, sich mit Chlamydien angesteckt zu haben, sollte so schnell wie möglich zur Ärztin oder zum Arzt gehen. Unbehandelt kann eine Chlamydien-Infektion Entzündungen der Geschlechtsorgane auslösen, die mit der Zeit bei Frauen und Männern zu Unfruchtbarkeit führen können. Wird eine Infektion mit Chlamydien frühzeitig erkannt, ist sie in der Regel mit Antibiotika schnell und vollständig heilbar.

Kondome können vor Chlamydien schützen

Chlamydien werden weitergegeben, wenn infizierte Schleimhaut mit nicht infizierter Schleimhaut in Berührung kommt. Schmierinfektionen sind auch möglich. Übertragungswege sind daher vor allem ungeschützter Vaginal-, Anal- und Oralsex sowie die gemeinsame Benutzung von Sexspielzeug ohne Kondom. Einen vollständigen Schutz vor einer Infektion mit Chlamydien gibt es nicht, doch die Verwendung von Kondomen kann das Risiko einer Ansteckung stark senken.

Weiterführende Informationen zu Chlamydien und zur Chlamydien-Kampagne bietet die BZgA unter:
www.liebesleben.de/wissenwasrumgeht

ob in der Schule oder in den medizinischen Versorgungsstrukturen wie der ärztlichen Praxis.

Website www.liebesleben.de

Instagram www.instagram.com/liebesleben_de/

Facebook www.facebook.com/liebesleben.de

Twitter https://twitter.com/LIEBESLEBEN_DE

YouTube www.youtube.com/c/LIEBESLEBEN

Kampagnenstart: „Leben mit HIV. Anders als du denkst.“

Menschen mit HIV können bei rechtzeitiger Diagnose und Therapie leben wie alle anderen. Sie haben dementsprechend auch die gleichen Alltagsprobleme.

Mit dieser Botschaft startet heute die Gemeinschaftskampagne „Leben mit HIV. Anders als du denkst.“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), der Deutschen AIDS-Stiftung (DAS) und der Deutschen Aidshilfe (DAH). Anlass ist der Welt-Aids-Tag am 1. Dezember. Die Kampagne soll der Diskriminierung von HIV-positiven Menschen entgegenwirken.

Pressemitteilung vom 04.11.2021 lesen

Weitere Informationen zur Kampagne „Leben mit HIV. Anders als du denkst.“

Die Auftaktveranstaltung zum Welt-Aids-Tag in Brandenburg:
Am Mittwoch, den 17.11.2021 findet der 20. Fachtag „Sexuelle Gesundheit in Brandenburg“ statt.

Leben mit HIV heute: Vorurteile schaden mehr als die Infektion

Deutsche Aidshilfe und Institut für Demokratie präsentieren Ergebnisse des Forschungsprojektes „positive stimmen 2.0“. Fazit: gutes Leben mit HIV ist medizinisch möglich – der gesellschaftliche Umgang hinkt hinterher.
Auf die Ergebnisse aufbauend sind Handlungsempfehlungen und Forderungen partizipativ entwickelt worden, die dazu beitragen sollen, HIV-bezogene Diskriminierung abzubauen und die Entstigmatisierung von HIV voranzutreiben.
Sie sind in der Broschüre „positive stimmen 2.0 – Mit HIV leben, Diskriminierung abbauen. Einblicke und Ergebnisse aus einem partizipativen Forschungsprojekt zum Leben mit HIV in Deutschland“
zu lesen.

Weitere Informationen und Download der Broschüre: www.positive-stimmen.de/ergebnisse

Alternativ können Sie die Broschüre als Printversion (kostenlos) bestellen

PEP-Notfalldepot an Brandenburger Kliniken

HIV – PEP Notfalldepot in Brandenburger Kliniken

Postexpositionsprophylaxe (PEP) gegen HIV-Infektionen wurde auf dem Workshop HIV-Postexpositionsprophylaxe im September 1999 in Hamburg definiert „als die Behandlung von einer Person, die mit einer anderen tatsächlich (oder möglicherweise) mit HIV infizierten Person/Sache derart in Kontakt getreten ist, dass eine Infektion mit HIV zumindest potenziell möglich ist“.
Um im Sinne dieser Postexpositionsprophylaxe rasch, d. h. innerhalb von etwa zwei Stunden nach möglicher Exposition, handeln zu können, hat das Gesundheitsministerium im Auftrag der „Initiative Brandenburg – Gemeinsam gegen Aids“ eine aktualisierte Übersicht für Brandenburg erstellt, aus der hervorgeht, welche Krankenhäuser / Kliniken und weitere Standorte dieses Angebot vorhalten.

YEET! Brandenburger „Jeans Box“ bereits im vierten Jahr!

AIDS-Hilfe Potsdam und IKK BB setzen gemeinsame Aktion für Zehntklässler fort!

Die Corona Pandemie konnte uns nicht daran hindern, die neue Jeans Box Aktion, zu planen und umzusetzen.

Die günstige epidemiologische Lage lies uns frohen Mutes im Frühjahr 2021, die neue Jeans Box Aktion vorbereiten. Die Brandenburger Schüler_innen durften langsam wieder in die Schulen. Damit standen für uns die Chancen gut, die Boxen mit wichtigen Informationen zur sexuellen Gesundheit, den Schüler_innen zu übergeben. Die 18 Gesundheitsämter des Landes Brandenburg beteiligten sich an den Vorbereitungen. Durch die Rückmeldungen aus den Ämtern mussten wir erfahren, dass die Aktion im letzten Jahr nur teilweise umgesetzt werden konnte. Denn die Aussetzung des Präsenzunterrichtes im Herbst 2020 führte dazu, dass in einigen Landkreisen keine bzw. nicht alle Boxen verteilt werden konnten. Zu sehr waren die Mitarbeitenden mit den Aufgaben rund um die Erfassung von Corona Infektionen beschäftigt.

Die AIDS-Hilfe Potsdam e.V. als geschäftsführende Stelle der Initiative Brandenburg– Gemeinsam gegen Aids und ihr  Kooperationspartner, die Innungskrankenkasse Brandenburg und Berlin (IKK BB), haben trotz der aktuellen Corona Pandemie ihre erfolgreiche Zusammenarbeit fortgesetzt. Pünktlich zum Schulstart 2021/22 ging das flotte Aufklärungspaket an alle 18 Gesundheitsämter des Landes Brandenburg. Wir freuen uns sehr, dass 2021 rund 13.000 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 10 im neuen Schuljahr die Jeans Box erhalten.

Gemeinsame Pressemitteilung vom 31.08.2021: 31.08.21 GPM Jeans Box_AIDS-Hilfe Potsdam_IKKBB

Der Podcast – Selbstverständlich positiv – die Kampagne für und von Menschen mit HIV

Vor einiger Zeit machten wir auf eine neue Kampagne der Deutschen Aidshilfe aufmerksam.

Selbstverständlich positiv – die Kampagne für und von Menschen mit HIV

Die Kampagne soll motovieren sich gegenseitig zu stärken und helfen, freier und offener mit HIV umzugehen.

Es liegt besonders auf der Hand von Menschen mit HIV, gesellschaftliche Bilder von HIV zu prägen. Die Kampagne soll dabei helfen das kräftezehrende Versteckspiel vieler Menschen mit HIV zu beenden. Dafür werden Geschichten hörbar und die Menschen dahinter sichtbar gemacht. Die Kampagne ermutigt gemeinsam Veränderung zu schaffen und gesellschaftlich zu bewegen.

Zentrales Element der Kampagne ist ein Podcast. Alle 14 Tage donnerstags erscheint eine neue Folge, in der die Moderator_innen mit verschiedenen Menschen, meist mit aber manchmal auch ohne HIV, über das selbstverständliche Leben mit HIV diskutieren.

Die Gäste erzählen welche Herausforderungen sie meistern mussten und welche Vorteile sie sehen, aber auch wer sie unterstützt hat oder wen sie auf dem Weg zum selbstverständlichen Leben mit HIV verloren haben.

Zu finden ist der Podcast auf Spotify oder Google Podcasts und auf der Webseite:

www.selbstverständlichpositiv.de.

21. Juli: Erinnerungen zum Gedenktag für verstorbene Drogengebraucher*innen

Infos zum Gedenktag

Der erste Gedenktag für verstorbene Drogengebraucher_innen wurde 1998 begangen. Seitdem hat sich der 21. Juli zum größten Gedenk- und Aktionstag im Themenfeld „illegale Substanzen“ entwickelt.  Vielfältige Veranstaltungen sind in vielen Städten und unter Beteiligung von mehr als 150 Einrichtungen sind ein Zeichen dafür, dass das Angebot des gemeinsamen Gedenkens, der Trauer und der Aktion eine besondere Bedeutung hat. 

Start zum 1. Juli 2021: Bundesmodellprojekt „NALtrain“ startet: Leben retten mit Naloxon

Deutsche Aidshilfe, Institut für Suchtforschung und Akzept wollen das Notfallmedikament bekannter machen und verbreiten, um Drogentodesfälle durch Überdosierungen zu reduzieren.

Über 600 Menschen sind 2020 infolge des Konsums von Heroin und anderen Opioiden gestorben – unter einer Drogenpolitik, die weiterhin auch auf die Kriminalisierung von Konsumierenden setzt. Viele dieser Todesfälle aber hätten durch ein Naloxon-Nasenspray vermieden werden können. Das einfach anwendbare Medikament Naloxon kann innerhalb weniger Minuten die atemlähmende Wirkung von Opioiden wie Heroin, Fentanyl oder Methadon aufheben und damit Leben retten.

Doch bislang kommt das Notfallmedikament viel zu wenig zum Einsatz. 2019 wurde das verschreibungspflichtige Nasenspray nur 370 Mal per Kassenrezept (und 570 Mal per Privatrezept, meist über Projekte) an Drogengebraucher*innen ausgegeben – bei geschätzten 165.000 Opioidkonsument*innen in Deutschland. Mitarbeiter*innen von Aids- und Drogenhilfen werden geschult, das Wissen zum Notfallmedikament Naloxon weiterzugeben

Dabei sei mit der Einführung des Nasensprays 2018 eine Grundlage geschaffen worden, das lebensrettende Medikament verstärkt auch durch geschulte Laien wie zum Beispiel Betroffene, Eltern und Angehörige sowie durch Mitarbeiter*innen der Drogen- und Aidshilfen einzusetzen, bis Rettungskräfte vor Ort sind, so Professor Heino Stöver. Er ist der Gesamtleiter des gemeinsam von seinem Institut für Suchtforschung Frankfurt mit Akzept e.V. und der Deutschen Aidshilfe entwickelten Bundesmodellprojekts „NALtrain“, das zum 1. Juli 2021 startet.

Im Rahmen von NALtrain sollen zunächst in 40 Städten Mitarbeiter*innen in Einrichtungen der Aids- und Drogenhilfe durch halbtägige Schulungen zu Trainer*innen ausgebildet werden, die ihr Wissen dann in Kurzinterventionen an Drogengebraucher*innen und Substituierte weitergeben. Verbindliche Kontakte mit Ärzt*innen sollen mehr Verschreibungen des Naloxon-Nasensprays ermöglichen

Außerdem werden in den teilnehmenden Städten verbindliche Kontakte zu Ärzt*innen aufgebaut, damit alle geschulten Drogengebraucher*innen und Substituierten auch ein Rezept erhalten, das sie in der Apotheke einlösen können.

Im Rahmen einer Begleitevaluation werden Daten zur Anzahl der ausgebildeten Personen sowie zur Zahl der Rezepte erfasst. Zudem soll ein Rückmeldesystem nach erfolgter Anwendung des Nasensprays installiert werden.

Ziel des Projektteams ist es, dass nach Abschluss des auf drei Jahre angelegten Programms viele tausend Drogengebraucher*innen und Substituierte das Naloxon-Nasenspray mit sich führen und im Notfall anwenden können. Zudem soll das Thema „Drogennotfall“ ein fester Baustein in der Arbeit und Ausbildung aller in den Drogen- und Aidshilfen tätigen Mitarbeiter*innen werden.

Bereits im Mai ist mit https://www.naloxontraining.de/ eine Naloxon-Notfall-App und ein digitales Schulungsprogramm zum Einsatz des lebensrettenden Medikaments an den Start gegangen.

Aidshilfe startet Kampagne – Ganz selbstverständlich HIV-positiv

Ganz selbstverständlich HIV-positiv – Aidshilfe startet Kampagne für offenen und entspannten Umgang

Ein Podcast und vielfältige Veranstaltungen zum Leben mit HIV sollen dazu beitragen, dass HIV bald im Alltag keine Rolle mehr spielt.

„Selbstverständlich positiv“ – Unter diesem Titel startet die Deutsche Aidshilfe (DAH) am Donnerstag, den 29. April 2021 eine Kampagne von und für Menschen mit HIV. Sie soll zu einem offenen und selbstbewussten Leben mit HIV ermutigen und damit zugleich Diskriminierung entgegenwirken.

„Menschen mit HIV können heute in den meisten Fällen leben wie alle anderen – und haben ein Recht darauf, auch genau so behandelt zu werden. Viele sprechen aber noch nicht über ihre HIV-Infektionen, denn sie müssen immer noch mit Diskriminierung rechnen, und HIV wird oft zum Problem gemacht, wo es keine Rolle spielen müsste. Unser Ziel ist ein entspannter, offener Umgang mit dem Thema HIV in allen Lebensbereichen“, sagt DAH-Vorstand Björn Beck, der selber HIV-positiv ist.

Fakt ist: Im Alltag ist die HIV-Infektion in den allermeisten Situationen völlig irrelevant. Bei rechtzeitiger Diagnose und Therapie sorgen heute HIV-Medikamente dafür, dass Menschen mit HIV gesund bleiben und mit der Infektion alt werden können, HIV ist unter Therapie auch nicht mehr übertragbar.

Bei der Befragung „positive stimmen“ gaben im letzten Jahr 90 Prozent an, dass sie gut mit Ihrer HIV-Infektion leben, 52 Prozent berichteten jedoch, durch Vorurteile beeinträchtigt zu sein.

„Selbstverständlich positiv“ startet Donnerstagabend um 19.30 Uhr mit einem Live-Event auf Facebook.
Macher*innen berichten von ihrer Motivation und Intention, außerdem gibt es Interviews und Beiträge zu vielen Themen rund um das Leben mit HIV.

Am Schluss des Live-Streamings geht die erste Folge eines Podcasts online, der das Herzstück der Kampagne bildet: Alle 14 Tage erzählen Gäste, was ihnen geholfen hat, offen positiv zu leben – oder was sie dafür noch brauchen. Gast der ersten Folge ist die Drag Queen Barbie Breakout, bekannt aus der Reality-Show „The Diva in me“ und durch ihr oft aufsehenerregendes Engagement gegen Diskriminierung.

Weitere Bestandteile der Kampagne sind Social-Media-Aktionen, Listening-Lounges, Diskussionsveranstaltungen sowie Austauschrunden zu ermutigenden Erfahrungen und Herausforderungen eines offenen Lebens mit HIV.

Menschen mit HIV werden selbst aktiv

„Selbstverständlich positiv“ wurde von HIV-positiven Menschen selbst in einer Themenwerkstatt der Deutschen Aidshilfe entwickelt. Indem sie selbst offen mit ihrer HIV-Infektion umgehen, wollen sie anderen ein Beispiel geben, sie bei einem offenen Umgang damit unterstützen und Angst und Scham abbauen. Mehr öffentliche Präsenz von Menschen mit HIV soll das Bild vom Leben mit HIV verändern und eine neue Selbstverständlichkeit in der Gesellschaft schaffen.

„Die Kampagne richtet sich in erster Linie an Menschen mit HIV. Wir wollen uns gegenseitig ermutigen, selbstverständlich mit HIV zu leben und uns gegen Diskriminierung zu wehren. Wir setzen dabei auf gegenseitige Hilfe und Ermutigung“, erläutert Heike Gronski, die das Community-Projekt als Referentin für das Leben mit HIV bei der Deutschen Aidshilfe koordiniert.

Christian Hillen, der „selbstverständlich positiv“ mitentwickelt hat, sagt: „Viele von uns haben Schuldzuweisungen und Abwertung verinnerlicht und richten ihr Leben stark daran aus, wie andere reagieren könnten. Davon möchten wir uns alle befreien. Wir nehmen uns die Freiheit, selbstverständlich positiv zu sein. Und wir sind sehr zuversichtlich, dass diese positive Energie ansteckend wirkt.“

Heike Gronski betont: „Jeder Mensch muss und darf natürlich selbst entscheiden, wie offen er mit der eigenen HIV-Infektion umgehen möchte. Für die meisten geht es Schritt für Schritt voran. Wir möchten möglichst viele beim nächsten Schritt unterstützen. Unser Ziel ist, dass niemand mehr darüber nachdenken muss, wer von der Infektion erfahren darf. Wir glauben, dass wir dieses Ziel nur erreichen können, wenn wir uns zeigen und gegenseitig stark machen.“

Mehr Informationen:

Kampagnenwebsite: www.selbstverständlichpositiv.de

Live-Event zum Kampagnenstart am 29.4.2021 um 19:30 Uhr

Archivierte Live-Videos der Deutschen Aidshilfe

Studie: Diskriminierung macht vielen Menschen mit HIV das Leben schwer

VERGEWALTIGT – Was nun?

Hilfe nach Vergewaltigung – Medizinische Soforthilfe und vertrauliche Spurensicherung

Vergewaltigt - Was nun? Medizinische Soforthilfe und vertrauliche Spurensicherung

Sexuelle Gewalt hinterlässt Spuren – nicht nur in der Seele der Betroffenen, sondern oftmals auch körperliche Verletzungen. Deshalb sollten Opfer einer Vergewaltigung sich auf jeden Fall medizinisch untersuchen lassen, auch wenn Sie selbst keine Verletzungen bemerken.
Die Entscheidung, ob eine Anzeige bei der Polizei gestellt werden soll, fällt vielen Betroffenen direkt nach der Tat schwer. Viele sind traumatisiert und daher nicht in der Lage, eine Entscheidung für oder gegen eine Anzeige zu treffen. Aus Angst oder Scham bleiben viele Opfer medizinisch unversorgt und nehmen keine Hilfe in Anspruch.
In Brandenburg haben Opfer von Vergewaltigungen die Möglichkeit, in vier Kliniken vertraulich Spuren sichern zu lassen – ohne sofort Anzeige bei der Polizei erstatten zu müssen. So haben sie mehr Zeit, sich diesen Schritt in Ruhe zu überlegen.
Wenn ein Opfer in eine der vier Kliniken kommt und zum Beispiel mit dem Schlüsselsatz „Ich brauche dringend ein Gespräch mit einer Gynäkologin“ bzw. „Ich brauche dringend ein Gespräch mit einem Urologen“ diskret darauf aufmerksam macht, dass eine Vergewaltigung stattgefunden hat, wird es unverzüglich zu der entsprechenden Station weitergeleitet. Dort soll in ruhiger Atmosphäre das weitere Vorgehen mit der Ärztin oder dem Arzt beraten werden. Auf Wunsch wird auch der Kontakt zu Opferunterstützungseinrichtungen vermittelt.
Landesweit sind Gynäkologen über das Angebot informiert und können Frauen entsprechend beraten. Informationen gibt es auch bei allen Opferberatungsstellen der Opferhilfe.

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Neues Kurzvideo: „HIV-positive Patient*innen gut und vertrauensvoll behandeln“

Neues Kurzvideo: „HIV-positive Patient*innen gut und vertrauensvoll behandeln“

Kann ich mich bei HIV-positiven Patient*innen anstecken? Müssen in der Arztpraxis besondere Hygienemaßnahmen beachtet werden? Was ist wichtig für den Umgang mit Menschen mit HIV? Diese und einige andere grundlegende Fragen werden in dem Erklärvideo kurz und verständlich beantwortet.

Der gut zweiminütige Animationsfilm der Deutschen Aidshilfe, der Bundesärztekammer und des Verbands medizinischer Fachberufe richtet sich in erster Linie an medizinisches Fachpersonal in Praxen, Krankenhäusern und anderen Gesundheitseinrichtungen und kann in Fortbildungsveranstaltungen eingesetzt werden.

Ein wichtiger Punkt ist die Information, dass HIV bei einer erfolgreichen HIV-Behandlung selbst beim Sex ohne Kondom nicht mehr übertragen werden kann.

Das Video informiert außerdem darüber, dass medizinisches Personal durch die Standard Hygienemaßnahmen zuverlässig vor HIV und Hepatitis geschützt ist und sich das Risiko bei einer Stich- oder Schnittverletzung mit einem kontaminierten Instrument durch Sofortmaßnahmen und eine sogenannte Postexpositionsprophylaxe minimieren lässt.

Ebenfalls angesprochen werden der erforderliche vertrauliche Umgang mit medizinischen Dokumenten der nötige offene und respektvolle Umgang, die zu einer bedürfnisgerechten und diskriminierungsfreien Behandlung für alle Patient*innen beitragen.

Ausführliche Broschüre ergänzt das Kurzvideo 

Ausführlich sind die verschiedenen Aspekte in der ergänzenden Broschüre „Informationen zu HIV für die medizinische Praxis“ erläutert. Darin werden zusätzlich Themen wie Diagnostik, Krankheitsverläufe und Formen des HIV-Tests behandelt.

Die Publikation kann bei der Deutschen Aidshilfe kostenfrei bestellt werden.

Broschüre „Informationen zu HIV für die medizinische Praxis“
(Bestellung / Download): https://www.aidshilfe.de/shop/informationen-hiv-fur-medizinische-praxis

Video „HIV-positive Patient*innen gut und vertrauensvoll behandeln“: https://www.youtube.com/watch?v=Ez94HraA3mw

 

Hepatitis B- und C-Sreening wird Teil des Gesundheits-Check ups

Hepatitis-B- und -C-Screening wird Teil des Gesundheits-Check-ups

Das einmalige Screening auf Hepatitis B und C wird ab 11. Februar 2021 fester Bestandteil des Gesundheits-Check-ups. Mit dem entsprechendenden Eintrag in den Bundesanzeiger wurde ein Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) vom 20. November 2020 umgesetzt.

Gesetzlich Versicherte ab dem 35. Lebensjahr haben alle drei Jahre Anspruch auf einen Gesundheits-Check-up. In diesem Rahmen können nun einmalig auch kostenfreie Tests auf die Viruserkrankungen Hepatitis B (HBV) und Hepatitis C (HCV) durchgeführt werden.

Ziel sei es, unentdeckte, da zunächst symptomlos oder schleichend verlaufende Infektionen zu erkennen.

„Die Folgen einer unbehandelten chronischen Infektion mit Hepatitis B oder C sind äußerst schwerwiegend und mit viel Leid für die betroffenen Patientinnen und Patienten verbunden“, sagte Dr. Monika Lelgemann, unparteiisches G-BA-Mitglied und Vorsitzende des Unterausschusses Methodenbewertung.

„Gleichzeitig ist eine Infektion mit Hepatitis B oder C äußerst zuverlässig diagnostizier- und therapierbar“, erklärte Lelgemann. Mit dem neu eingeführten Screening könnten Hepatitis-Infektionen frühzeitig erkannt, behandelt und damit schwerwiegende Spätfolgen wie Leberzirrhose oder Leberkrebs verhindert werden.

Screening kann separat nachgeholt werden

Versicherte, deren Gesundheits-Check-up weniger als drei Jahre zurückliegt, können das neu eingeführte Hepatitis-Screening separat nachholen oder beim nächsten regulären Check-up erledigen.

Bis zur Umsetzung muss der G-BA-Beschluss noch dem Bundesministerium für Gesundheit zur Prüfung vorgelegt und im Bundesanzeiger veröffentlicht werden. Danach verhandeln Ärzt_innen und Krankenkassen im Bewertungsausschuss die Höhe der ärztlichen Vergütung. Sobald die Abrechnungsziffer feststeht, kann die Leistung in Anspruch genommen werden. Die Deutsche Aidshilfe hatte in der Expert_innenanhörung für die Einführung eines solchen Screenings bereits ab einem Alter von 18 Jahren plädiert.

Dieser Vorschlag wurde in der Plenumsdiskussion des G-BA von der Patient_innenvertretung unterstützt, die ein Mitberatungs- und Antragsrecht hat, jedoch kein Stimmrecht. Die Mehrheit des Gremiums stimmte schließlich gegen den Vorschlag. Ärzt_innen könnten allerdings wei­terhin jüngere Patient_innen auf Hepatitis B und C testen lassen, falls sie möglichen Risikogruppen angehören.

 

 

Aktuelle Broschüre für die medizinische Praxis

Eine neue Broschüre unterstützt Ärzt_innen und medizinisches Personal bei einer fachgerechten und diskriminierungsfreien Versorgung.

Die Bundesärztekammer (BÄK) und die Deutsche Aidshilfe (DAH) stellen anlässlich des Welt-Aids-Tages am 01.12.2020 eine gemeinsame Broschüre für Ärzt_innen und medizinisches Fachpersonal vor. Sie soll Unsicherheiten im Umgang mit HIV-Patient_innen ausräumen und bietet neben Daten und Fakten zu HIV wichtige Hilfestellungen unter anderem zu Beratung und Aufklärung bei der HIV-Prophylaxe, der HIV-Testung und zum Umgang mit einem positiven Testergebnis.

Unsicherheiten ausräumen

Der Grund für dieses gemeinsame Engagement von BÄK und DAH: Menschen mit HIV erleben auch im Gesundheitswesen noch immer Diskriminierung. Teilweise fehlt es in Praxen und Ambulanzen an Wissen und Erfahrung im Umgang mit HIV-Patient_innen. In einem intensiven Kooperationsprozess haben BÄK und DAH daher diese neue Handreichung entwickelt.

Dazu sagt Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer:

„Die Grundlage für eine erfolgreiche Behandlung von Menschen mit HIV ist ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Patientinnen und Patienten und dem medizinischen Team. Dafür ist es hilfreich, wenn alle Beteiligten gut informiert sind und sich sicher fühlen. Wir möchten Ängste abbauen und zur Auseinandersetzung mit dem Thema anregen. Darüber hinaus gibt die Broschüre konkrete Hilfestellungen für den Praxisalltag.“

Sylvia Urban vom Vorstand der Deutschen Aidshilfe:

„Die Broschüre legt eine Grundlage, um Menschen mit HIV sowie Patient*innen mit vielfältigen sexuellen, sprachlichen und kulturellen Hintergründen bedürfnisgerecht und diskriminierungsfrei zu behandeln. Wir verstehen sie als Einladung, allen Patient*innen das medizinische Umfeld zu bieten, das sie brauchen.“

Benachteiligung und unnötige Ängste

Die Gründe für Diskriminierung sind unterschiedlich. Mitunter können Vorurteile die Ursache sein, ebenso können aber auch Furcht vor Ansteckung oder Unsicherheiten zu ungewollter Diskriminierung führen. So werden unnötige Hygienemaßnahmen oder die – zum Teil auch unbedachte – Preisgabe sensibler Informationen zum Beispiel auf Überweisungsscheinen als diskriminierend empfunden.

„Unser Ziel ist es, dass Patient_innen in der Arztpraxis ohne Angst vor Diskriminierung HIV thematisieren können. Das ist eine wichtige Voraussetzung für eine gute Behandlung “, betont Urban.

Tipps fürs Anamnesegespräch

Über das nötige Basiswissen zu HIV hinaus gibt die Broschüre auch Hilfestellungen, um HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen in Anamnesegesprächen zu thematisieren. Denn Gespräche über diese Themen fallen oft nicht leicht. Gesprächsleitfäden und Checklisten können hier Sicherheit vermitteln.

„Wir möchten mit der Broschüre auch dazu beitragen, dass HIV bei möglichst vielen Menschen frühzeitig diagnostiziert wird. Denn eine HIV-Infektion ist heute bei rechtzeitiger Diagnose gut behandelbar “, betont Reinhardt.

Wegweiser für alle Fälle

Abgerundet wird die Publikation mit Adressen und Kontaktdaten für weitere Fragen sowie Fortbildungsangebote zu Kommunikationsstrategien bezüglich sexuell übertragbarer Infektionen und diskriminierungsfreier Versorgung.

Die Broschüre „Informationen zu HIV für die medizinische Praxis“ hat 48 Seiten und ist kostenlos über den Versand der Deutschen Aidshilfe erhältlich. Auf den Webseiten der Bundesärztekammer und der Deutschen Aidshilfe kann die Broschüre auch als PDF heruntergeladen werden.

www.baek.de/medizinische-praxis-hiv

https://www.aidshilfe.de/shop/informationen-hiv-fur-medizinische-praxis

Aidshilfe.de in leichter Sprache: Einfach zu lesen und für alle zu verstehen

Aidshilfe.de bietet Basisinfos zu HIV, Hepatitis und Geschlechtskrankheiten jetzt auch in Leichter Sprache und mit begleitenden Illustrationen.

Rund 6,2 Millionen Erwachsene in Deutschland können laut einer Studie der Universität Hamburg lassen sich

allenfalls einfache Sätze lesen und verstehen – sei es weil, weil Deutsch nicht ihre Muttersprache ist, weil ihre geistigen oder Lernfähigkeiten eingeschränkt sind oder sie beispielsweise an Demenz erkrankt sind.

Diese Menschen sind daher auf Texte in Leichter Sprache angewiesen.

Leichte Sprache zeichnet sich unter anderem durch einfache Worte und kurze Sätze aus.

Außerdem helfen Bilder und Aufzählungszeichen dabei, die Informationen zu ordnen und leichter zu verstehen, und zwar für alle Menschen.

Seit Oktober bietet die Deutsche Aidshilfe die wichtigsten Informationen rund um HIV/Aids, Hepatitis und Geschlechtskrankheiten auch in Leichter Sprache an.

Die Texte wurden von einer professionellen Agentur übersetzt und von Prüfgruppen auf Verständlichkeit geprüft.

Unter leichte-sprache.aidshilfe.de finden Menschen, die Schwierigkeiten beim Lesen von längeren oder komplexen Texten haben, fundierte, einfach zu verstehende Informationen etwa zum HIV-Test, zum Leben mit HIV oder zum Schutz vor HIV beim Drogengebrauch.

„Aids-Hilfe in Leichter Sprache“ ist Teil des barrierefreien Online-Angebots der DAH, das in den letzten Jahren kontinuierlich erweitert wurde.

Dazu gehören beispielsweise Informationsvideos für schwule und bisexuelle Männer in Deutscher Gebärdensprache, die Vorlesefunktion auf der Webseite aidshilfe.de und die grafische Neugestaltung von aidshilfe.de unter Aspekten der Barrierefreiheit.

Geplant sind darüber hinaus auch gedruckte Broschüren und weitere Angebote in Leichter Sprache.

Brandenburg: Neuer Flyer über Safer Sex 3.0 in fünf Sprachen

Ministerium veröffentlicht Flyer über Safer Sex 3.0 in fünf Sprachen

Pünktlich zum Welt Aids-Tag hat das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz einen Flyer zum Thema Safer Sex 3.0 veröffentlicht. Wertfrei und offen Fragen zu Sexualität und sexueller Gesundheit zu beantworten ist ein wichtiges der Initiative Brandeburg – Gemeinsam gegen Aids. Menschen sollen befähigt werden, sich zu schützen, aber vor allem ihre Sexualität selbstbestimmt, sexpositiv zu leben.

Mit diesem Flyer in 5 Sprachen wurde eine wichtige Maßnahme im Gesundheitszieleprozess HIV und sexuell übertragbare Infektionen (STI) erreicht. Die Allgemeinbevölkerung Brandenburgs wird über die 3 wichtigen Safer Sex Methoden informiert. Durch den Zuwachs an Wissen kann erreicht werden, dass ünbegründete Ängste vor einer Ansteckung abgebaut und Diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen, die mit dem Virus leben verhindert werden. Inzwischen wissen dies nur 18 % der Bevölkerung. Das sollen mehr werden!

Die 3 Schutzmaßnahmen vor einer HIV-Infektion sind:

  1. Kondombenutzung
  2. Schutz durch Therapie
  3. Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP)

Safer gilt gemeinhin als Synonym für Schutzmaßnahmen, die ermöglichen, einen Kompromiss zwischen Lust in ihren unterschiedlichsten Facetten und dem Vermeiden von gesundheitlichen Risiken. Die Schutzmaßnahmen sind wissenschaftlich belegt und durch medizinische Studien bestätigt.

Eine Brandenburg Karte zeigt die aktuellen Test-Orte: gesundheitsämter, Aids-Hilfen und 2 Brandenburger HIV-Arztpraxen.

Der Flyer steht in Deutsch, Englisch, Französisch, Russisch und Arabisch zur Verfügung.

Flyer_HIV_2020_dt.pdf

Safer Sex 3.0 Schutz vor einer HIV-Infektion_französisch
Safer Sex 3.0 Schutz vor einer HIV-Infektion deutsch
Safer Sex 3.0 Schutz vor einer Infektion englisch
Safer Sex 3.0 Schutz vor einer Infektion arabisch
Safer Sex 3.0 Schutz vor einer Infektion russisch

Welt-Aids-Tag 2020

Anlässlich des Welt-Aids-Tages hat Ministerin Ursula Nonnemacher folgende Pressemitteilung herausgegeben.

Pressemitteilung vom 30.11.2020

Welt-Aids-Tag / Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher: „Es geht um den Abbau von Tabus“

Zum internationalen Welt-Aids-Tag (1. Dezember) ruft Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher dazu auf, Vorbehalte und Ängste abzubauen: „Seit knapp 40 Jahren kennen wir HIV und AIDS und trotzdem sind Betroffene nach wie vor unbegründeten Vorurteilen und Ausgrenzung ausgesetzt. Der Aufklärungsbedarf ist immer noch groß.“

Der Welt-Aids-Tag macht jährlich auf die Situation und die Rechte von HIV-positiven Menschen weltweit aufmerksam und ruft zu einem Miteinander ohne Vorurteile und Ausgrenzung auf. Bei rechtzeitiger Behandlung haben HIV-positive Menschen eine fast normale Lebenserwartung und können leben wie alle anderen Menschen. Sie müssen jedoch noch immer mit Ablehnung, Stigmatisierung und Benachteiligung rechnen.

„Das Motto des diesjährigen Welt-Aids-Tags ‚Solidarität statt Diskriminierung‘ begrüße ich sehr, denn das Halbwissen über HIV und Aids ist immer noch erschreckend. Sorgen macht mir auch, dass laut Schätzungen knapp 11.000 Menschen in Deutschland gar nichts wissen von ihrer Infektion. Eine Zahl, die gleichbleibend ist in den letzten Jahren. Wir brauchen daher intensivere Beratung. Dazu ist eine Enttabuisierung von HIV und mehr Vertrauen zwischen Arzt und Patient wichtig“, so Nonnemacher.

In Brandenburg haben sich im Jahr 2019 geschätzt 75 Menschen mit HIV infiziert, davon ca. 55 Männer und 20 Frauen (gleichbleibend zu 2018). Bis Ende 2019 lebten geschätzt 370 Menschen mit HIV in Brandenburg, davon sind 95 Infizierte diagnostiziert, 270 Menschen wissen laut Schätzung des Robert Koch Instituts nichts von ihrer Infektion. Das hat zur Folge, dass diese Menschen bisher keine Therapie erhalten und demnach weiterhin ihre Partner*innen infizieren können. „Es muss uns gelingen, die Zahl der nichtdiagnostizierten Fälle durch niedrigschwellige Angebote und Erweiterung der Testmöglichkeiten zu reduzieren. Auch hier gilt: offen zu reden, ist die beste Möglichkeit der Aufklärung “, so Nonnemacher.

Flyer klärt über Safer Sex 3.0 auf

Das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz hat einen Flyer zum Thema Safer Sex 3.0 veröffentlicht mit den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Schutz vor einer HIV-Infektion. Der Flyer gibt Informationen zu Präventionsmethoden mit Kondom, hochwirksamer antiretroviraler Therapie und Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP). Eine Brandenburg-Karte zeigt die aktuellen Test-Orte: Gesundheitsämter, Aids-Hilfen und die Brandenburger Schwerpunktpraxen. Der Flyer steht in deutscher, englischer, französischer, russischer und arabischer Sprache zur Verfügung.

Download: Der Flyer kann hier angerufen werden: https://msgiv.brandenburg.de/sixcms/media.php/9/Flyer_HIV_2020_dt.pdf

 

Welt-Aids-Tag 2020 – 3. Staffel #wissenverdoppeln

Kampagne zum Welt-Aids-Tag: HIV-Medikamente verhindern die HIV-Übertragung

In der dritten Staffel von #wissenverdoppeln feiern so viele Menschen wie nie zuvor die entlastende Botschaft: HIV ist unter Therapie nicht übertragbar.

Zum Welt-Aids-Tag am 1.12. geht die Deutsche Aidshilfe (DAH) mit ihrer Kampagne #wissenverdoppeln in die dritte Runde. Neu sind die Gesichter und ein fürs Thema HIV ungewöhnlich beschwingter Stil. Geblieben ist die Botschaft: HIV ist unter Therapie nicht übertragbar. Denn diese wissenschaftliche Tatsache ist noch immer zu wenigen Menschen bekannt. Dieses Wissen kann Berührungsängste abbauen und damit Stigmatisierung entgegenwirken.

Seit Beginn der Kampagne Ende 2018 hat sich das Wissen bezüglich der Nichtübertragbarkeit von HIV unter Therapie bereits einmal nahezu verdoppelt. Laut einer Umfrage im April dieses Jahres wissen 18 Prozent der Menschen in Deutschland von dieser wissenschaftlichen Tatsache. 2017 waren es nur 10 Prozent.

„Den Erfolg der Kampagne gilt es nun auszubauen. Wir machen weiter, bis alle Bescheid wissen und Berührungsängste gegenüber Menschen mit HIV der Vergangenheit angehören“, sagt Winfried Holz vom Vorstand der Deutschen Aidshilfe.

Menschen mit HIV können längst leben wie alle anderen. Medikamente verhindern die Vermehrung des Virus im Körper und erhalten so die Gesundheit. Nach einiger Zeit ist das Virus dann im Blut nicht mehr nachweisbar. Und damit nicht mehr übertragbar – auch beim Sex nicht. Im Alltag war HIV sowieso noch nie übertragbar.

Mehr Wissen und Entspannung

Im Zentrum der Kampagne stehen Menschen mit ihrer jeweils ganz eigenen Geschichte und Botschaft. In diesem Jahr nehmen Isabelle, Christopher und Ibrahim die Öffentlichkeit mit auf ihren Weg zu mehr Wissen und Entspannung.

Isabelle, 28, HIV-positiv, heterosexuell, Berlin:

Isabelle weiß seit drei Jahren, dass sie HIV-positiv ist. Den Tag, an dem HIV in ihrem Blut nicht mehr nachweisbar sein würde, hat sie sehnsüchtig erwartet. Sie weiß: Jetzt kann beim Sex nichts mehr passieren. Ihr Statement: „Meine HIV-Medikamente ermöglichen mir ein entspanntes Leben.“

Christopher, 37, HIV-positiv, heterosexuell, Wien/Barcelona:

Christopher hat sich vor sechs Jahren bei einer Frau mit HIV-infiziert. Die Botschaft, dass HIV-Medikamente eine Übertragung beim Sex verhindern, hat ihm eine große Last genommen: Endlich kann er sich wieder fallen lassen.

Ibrahim, 34, Köln:

Selbst aus dem Libanon geflüchtet, engagiert sich Ibrahim für die Rechte von queeren Geflüchteten und macht HIV-Prävention mit YouTube-Clips auf Arabisch. Er weiß, wie Stigma und Vorurteile den Zugang zu Informationen blockieren. Wenn Ibrahim über die Nichtübertragbarkeit von HIV unter Therapie spricht, ist die Überraschung oft groß.

Gemeinsam feiern – und das Wissen weitergeben

Die dritte Staffel von #wissenverdoppeln stellt die Erleichterung in den Vordergrund, die mit der Botschaft einhergeht, und zeigt sich noch interaktiver.

„Wenn du weißt, HIV ist nicht mehr übertragbar, dann kann das eine enorme Entlastung und Freude sein. Dieses Wissen verändert das Leben von Menschen mit HIV, ihren Partner_innen und vielen anderen. Unsere Botschaft ist nicht nur für einige wenige erleichternd, sondern für alle. Wir finden: Das darf auch mal richtig gefeiert werden“, betont DAH-Vorstand Winfried Holz.

In den Videos der Kampagne feiern darum viele sehr unterschiedliche Menschen die entlastende Tatsache. So wurde ein Clip ausschließlich aus Handyaufnahmen von Menschen produziert, die sich der Kampagne anschließen wollten.

Denn #wissenverdoppeln heißt auch: selbst aktiv werden und das Wissen weitergeben. Dazu lädt die Kampagne mit verschiedenen Möglichkeiten ein: Besucher_innen der Website können dort ihre eigene Geschichte zum Thema teilen; Post-its, Aufkleber und ein teilbarer Flyer animieren ebenfalls zum Verbreiten der Botschaft.

Außerdem tragen Anzeigenmotive in Zeitungen und Zeitschriften sowie das Fahrgastfernsehen im öffentlichen Nahverkehr von Berlin, Hamburg und München das Wissen in die Welt.

Wissenschaftlich bewiesen

Dass HIV unter Therapie nicht übertragbar ist, beweisen mehrere große Studien. Beobachtet wurden Tausende gemischt HIV-positiv-negative Paare, die über 100.000 Male Sex ohne Kondom hatten, ohne dass es zu einer Übertragung kam. So trägt „Schutz durch Therapie“ heute zu einer erfüllten Sexualität ohne Ängste bei.

Auch im Alltag kann die Information irrationale Ängste beseitigen. Zwar hat noch nie die Gefahr bestanden, sich bei der Zusammenarbeit, beim Sport oder über das berühmte geteilte Trinkglas zu infizieren. Solche Befürchtungen gibt es aber trotzdem noch immer. Wenn nun selbst beim Sex keine Übertragung mehr möglich ist, dann ist die Vorstellung eines Risikos im Alltag wirklich nur noch abwegig.

Mehr Infos

Website

Videos der Kampagne

Gemeinschaftsclip

Umfrage April 2020

33. Welt-Aids-Tag am 1. Dezember 2020

 – In 19 Tagen ist der 33. Welt-Aids-Tag –

Motto 2020: Leben mit HIV – anders als du denkst


Die Aktion „Leben mit HIV-Anders als du denkst“ zum 33. Welt-Aids-Tag zeigt die Wirklichkeit im Jahr 2020: Menschen mit HIV geben einen Einblick in ihr Leben.
Dabei wird deutlich: HIV muss im Alltag – bei rechtzeitiger Diagnose und Therapie – nicht mehr die Hauptrolle spielen. Und: Ein entspanntes und respektvolles Zusammenleben von Menschen mit und ohne HIV ist für viele bereits eine Selbstverständlichkeit.

Egal, ob es um den Job, Freiziet, Sexualität oder Familienplanung geht: Menschen mit HIV können heute leben wie alle anderen. Bei rechtzeitiger Behandlung lässt der Ausbruch von Aids sind verhindern. HIV ist unter Therapie auch nicht mehr übertragbar. Das sind gute Nachrichten.

Die schlechten: Diskriminierung macht HIV-positive Menschen das Leben oft immer noch unnötig schwer. Meist sind Vorurteile und Unwissenheit der Grund. Manche Leute fürchten nach wie vor eine Übertragung des Virus im Alltag und gehen deshalb auf Abstand.

Hilfreich ist dabei, wenn alle Beteiligten gut Bescheid wissen. Unsicherheiten lassen sich meist durch Informationen aus dem Weg räumen. Auch dabei will die Aktion helfen. Zugleich bitten wir um Unterstützung: Bitte teilen Sie die Inhalte der Kampagne und sprechen mit anderen Menschen darüber. Zeigen Sie Schleife und setzen Sie mit uns ein Zeichen gegen Diskriminierung!

Die Aktion „Leben mit HIV – anders als du denkst“ ist eine Gemeinschaftsaktion der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), der Deutschen Aidshilfe (DAH) und der Deutschen AIDS-Stiftung (DAS).

Für die Aktionen und Aktivitäten zum Welt-Aids-Tag können Materialien bei der Deutschen Aidshilfe und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bestellt werden.

Bestellformular DAH: Bestellformular DAH

Bestellformular BZgA: Bestellformular BZgA

In den nächsten Tagen werden wir regelmäßig neue Informationen zum Welt-Aids-Tag veröffentlichen.

Wissen verdoppeln: Ergebnisse einer Bevölkerungsbefragung im Auftrag der Deutschen Aidshilfe

Gegenüber 2017 hat sich das Wissen um die Nichtübertragbarkeit von HIV unter Therapie nahezu verdoppelt: von zehn auf 18 Prozent. Das ergab eine repräsentative Bevölkerungsumfrage im Auftrag der Deutschen Aidshilfe im April 2020 mit über 1.000 Teilnehmer_innen.

Neben dem Wissen um die Nichtübertragbarkeit von HIV unter Therapie wurden dabei auch Einstellungen zum Thema HIV abgefragt. Die Erhebung knüpft an eine Befragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zum Welt-Aids-Tag 2017 an.

Wissen über die Nichtübertragbarkeit von HIV unter Therapie nahezu verdoppelt

2017 wussten nur etwa zehn Prozent der Menschen in Deutschland, dass HIV unter Therapie nicht übertragbar ist. Die Deutsche Aidshilfe rief daraufhin die Mitmachkampagne #wissenverdoppeln ins Leben. Ihr Ziel: Das Wissen so lang verdoppeln, bis es alle wissen. Denn: Das Wissen über die Nichtübertragbarkeit von HIV unter Therapie hat das Zeug, Ängste abzubauen, Zurückweisung und Benachteiligung von Menschen mit HIV entgegenzuwirken und ein positives Miteinander zu fördern.

Ein erstes Etappenziel ist geschafft: In der Befragung stimmten 18 Prozent folgender Aussage zu: „Mit den gegenwärtigen Behandlungsmöglichkeiten ist es möglich, dass HIV beim Sex ohne Kondom nicht mehr übertragen wird.“

Mit 21 Prozent überdurchschnittlich verbreitet ist dieses Wissen bei Personen zwischen 16 und 29 Jahren und 45 bis 59. In der Gruppe der ältesten Teilnehmer_innen (60 Jahre und älter) liegt der Wert trotz Anstieg unter dem Durchschnitt der Befragten. Insgesamt hat sich das Wissen seit 2017 über alle Teilgruppen hinweg deutlich vergrößert.

34 Prozent wissen: keine HIV-Übertragung bei Schwangerschaft & Geburt

Noch größer ist das Wissen, wenn es um Schwangerschaft und Geburt geht: 34 Prozent der befragten Personen wissen, dass HIV-Medikamente eine Übertragung von der Mutter auf das Kind verhindern. Interessant ist, dass die Zustimmung zu dieser Aussage bei Männern und Frauen nahezu gleich hoch ist (35 Prozent der Männer und 34 Prozent der Frauen).

Woher kommt das Wissen? Die Teilnehmer_innen wurden auch danach gefragt: „Wurden Sie in letzter Zeit auf das Thema der Nichtübertragbarkeit von HIV und Aids unter Therapie aufmerksam gemacht und wenn ja, wie?“

Knapp vier von zehn Befragten bejahten die Frage. Als Informationsquellen dienten neben Presse, Fernsehen und Internet vor allem Gespräche mit Familie, Freund_innen und Bekannten.

Jede_r Zwanzigste benannte explizit die Kampagne #wissenverdoppeln als Informationsquelle.

Ärzt_innen, Pfleger_innen und Gesundheitsbehörden oder Vereine scheinen bisher bei der Vermittlung des Faktes eine untergeordnete Rolle zu spielen. Nur jede_r hundertste Befragte gab an, hat durch diesen Kreis von der Nichtübertragbarkeit von HIV unter Therapie erfahren zu haben.

Ein weiterer zentraler Bestandteil des Fragebogens waren Fragen zum Zusammenleben mit HIV-positiven Menschen. Gefragt wurde beispielsweise, wie man sich in verschiedenen Alltagssituationen verhalten würde, in denen sich Kontakt mit Menschen mit HIV ergeben könnte.

Je enger der Kontakt, desto größer die Angst

Auch hier gibt es gute Nachrichten: Berührungsängste haben seit 2017 spürbar abgenommen. In neun von elf Alltagssituationen sind die Vorbehalte gegenüber Menschen mit HIV zurückgegangen. Dennoch lässt sich vereinfachend nach wie vor sagen: Je enger der Kontakt zu einem Menschen mit HIV wird, desto größer ist Angst vor einer Ansteckung bzw. die Ablehnung.

So würden 85 Prozent der Befragten einer_einem HIV-Positiven die Hand geben und 71 Prozent hätten kein Problem mit einer Umarmung. Allerdings sagen nur 20 Prozent, dass sie ganz sicher einen HIV-positiven Menschen küssen würden, und 16 Prozent fänden es besorgniserregend, würden sie angehustet werden – obwohl hier keinerlei HIV-Risiko besteht. Selbst Sex mit Kondom kann sich nur jede_r fünfte Befragte vorstellen.

Ein weiterer Teil der Befragung befasst sich mit Aussagen zu HIV und dem Leben damit.

Die gute Nachricht: Knapp vier von fünf Befragten (78 Prozent) wissen, dass HIV im Alltag nicht übertragen werden kann. Etwas mehr, 84 Prozent, geben an, dass dank der HIV-Medikamente ein langes und weitgehend beschwerdefreies Leben möglich ist.

Im Alltag gibt es kein Risiko

Kaum verändert aber haben sich gegenüber der Befragung von 2017 die Vorbehalte gegenüber Menschen mit HIV. Jede_r Fünfte glaubt, dass HIV-positive Menschen selbst schuld an ihrer Erkrankung sind. Knapp ein Drittel wollen mit dem Thema HIV und Aids am liebsten nicht in Berührung kommen. Und über die Hälfte der Befragten stimmen der Aussage zu, dass über HIV-Positive schlecht gesprochen wird.

Menschen mit HIV-Infektionen im persönlichen Umfeld

Neben dem Wissensstand über Übertragungswege von HIV und Einstellungen wurde auch abgefragt, ob die interviewten Personen Menschen mit HIV in ihrem persönlichen Umfeld haben. Wie sich zeigt, kennt nur eine Minderheit von 17 Prozent der Befragten selbst Menschen mit HIV. Insgesamt hat der Anteil der Menschen, die HIV-Positive in ihrem Umfeld kennen, gegenüber 2017 leicht zugenommen. Dies kann darauf hindeuten, dass HIV-Positive offener mit ihrer Infektion umgehen. In den Altersklassen der 30- bis 44-Jährigen und der 45- bis 49-Jährigen geben jeweils 19 Prozent an, Menschen mit HIV zu kennen.

Bei den 16- bis 29-Jährigen sind es nur 14 Prozent und bei den Menschen über 60 sind es 15 Prozent. Von den Befragten mit niedriger Bildung kennen 20 Prozent Menschen mit HIV, bei Menschen mit mittlerer und hoher Bildung sind es 15 Prozent.

Intensive Aufklärung führt zum Erfolg

Die Ergebnisse der Studie zeigen eindeutig, dass die HIV-Aufklärungsarbeit der Aidshilfen und anderer Einrichtungen erfolgreich ist. Damit bald alle Menschen die wissenschaftlich belegte Tatsache kennen, dass HIV unter Therapie nicht übertragbar ist, müssen wir auch weiterhin das Wissen verdoppeln.

Weitere Informationen:
dah_studie_nichtubertragbarkeit_von_hiv_unter_therapie

https://wissen-verdoppeln.hiv/

Positive Stimmen 2.0 – aktuelle Umfrage zu HIV-bezogener Diskriminierung

Positive Stimmen

Die erste Umfrage zu Stigmatisierung und Diskriminierung von Menschen mit HIV „positive stimmen“ (2012) hat viele und wichtige Erkenntnisse gebracht, wie sehr HIV-Positive in ihrem Alltag Ausgrenzung und Diskriminierung erfahren. Die Ergebnisse waren zentral für die Entwicklung und Weiterentwicklung der Antidiskriminierungsarbeit und haben die Beteiligten und die Communities gestärkt.

Mit “positive stimmen 2.0“ möchte die DAH anknüpfen und neue sowie vertiefende Informationen zur HIV-bezogenen Stigmatisierung erfragen. Man möchte zudem vergleichen, wie sich die Stigmatisierungserfahrungen verändert haben und klare Handlungsempfehlungen für Organisationen, Politik, Verwaltung und andere gesellschaftliche Akteure formulieren und damit konkret einen Beitrag leisten gegen die Stigmatisierung und Diskriminierung von Menschen mit HIV.

Ziel des Projektes ist es, zu dokumentieren, wie Menschen mit HIV in ihrem Alltag Stigmatisierung erleben. Darüber hinaus sollen Menschen mit HIV durch die Mitarbeit in dem Projekt in ihrer Selbstorganisation und der eigenen Auseinandersetzung mit dem Thema unterstützt werden.

Das Projekt besteht aus drei Modulen mit je unterschiedlichen Methoden. Zentraler Bestandteil des Projekts sind peer-to-peer Interviews: HIV-positive Menschen interviewen HIV-positive Menschen zu ihren Erfahrungen mit Stigma und Diskriminierung. Dieses Modul ist die Umsetzung des internationalen Projekts PEOPLE LIVING WITH HIV (PLHIV)-Stigma-Index in Deutschland. Dafür wurden 33 Menschen mit HIV als Peer-Forscher_innen und Interviewer_innen geschult. Von Mai bis voraussichtlich Ende Dezember 2020 führen sie Interviews auf Augenhöhe mit Menschen mit HIV.

In einem weiteren Modul werden bestimmte Themen vertiefend untersucht. Das geschieht einerseits durch eine Online-Umfrage und andererseits durch Fokusgruppen.

„positive stimmen 2.0“ ist ein Kooperationsprojekt der Deutschen Aidshilfe (DAH) und des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ). Darüber hinaus kooperieren wir eng mit den Netzwerken und anderen Organisationen der Selbsthilfe von Menschen, die mit HIV leben und den Aidshilfen und Projekten vor Ort.

Positive Begegnungen

die 21. Konferenz von Menschen mit HIV, ihre An- und Zugehörigen, ebenso Mitstreiter_innen ais Aidshilfen, der Medizin, aus dem Rechtsbereich, der Wissenschaft, Politik und Medien.

06.-09. August 2020 Bremen

Das Motto der diesjährigen Konferenz ist „SELBSTVERSTÄNDLICH POSITIV“. Das Motto soll Mut machen, Mut für ein selbstverständliches und damit auch offeneres Leben mit der Infektion. Mehr offen positiv lebende Menschen sorgen für mehr Sichtbarkeit des Lebens mit HIV. Das hilft selbst- und gesellschaftliche Stigmatisierung abzubauen. Es schenkt Menschen mit HIV mehr Freiheit und zeigt Leben mit HIV als selbstverständlichen Teil in allen gesellschaftlichen Bereichen.

Anmeldung unter: http://www.positivebegegnungen.de

 

 

 

18. Fachtag „Sexuelle Gesundheit in Brandenburg“

  1. Fachtag „Sexuelle Gesundheit in Brandenburg“
    anlässlich des Welt-Aids-Tages

   2019 Motto „Streich die Vorurteile!“

Der Fachtag findet statt am:

Montag, den 18. November 2019
um 09.30 Uhr
in der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB) (Pappelallee 5, 14469 Potsdam)

Mit der Auftaktveranstaltung zum Welt-Aids-Tag 2019 werden aktuelle Themen der Prävention präsentiert. Am Nachmittag werden die Brandenburger Gesundheitsziele im Bereich HIV/STI und sexuelle Gesundheit diskutiert.

Programm: Einladung und Programm 18. Fachtag

Bitte bestätigen Sie Ihre  Teilnahme bis zum 5. November 2019 unter Verwendung der E-Mail: info@brandenburg-gemeinsam-gegen-aids.de

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FÄLLT AUS!!!!!!!!!! Workshop für Brandenburger Ärzte: HIV/STI-Prävention und Beratung in der Arztpraxis

FÄLLT AUS!!!!!!!!

LET´S TALK ABOUT SEX – HIV/STI-Prävention in der Arztpraxis

13.11.2019, AIDS-Hilfe Potsdam e.V., 14:00 – 17:00 Uhr

Programm: Programm Potsdam

Anmeldeformular: Anmeldung-18.11.19

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit möchten wir Sie herzlich zu einem Halbtags Workshop in die AIDS-Hilfe Potsdam einladen. Wir hoffen das Thema findet Ihr Interesse, denn Sie sind ein wichtiger Ansprechpartner wenn es darum geht, HIV und STI Infektionen zu diagnostizieren.

Dabei spielt die Kommunikation eine wichtige Rolle. Wo liegen die eigenen Barrieren und Grenzen für die Kommunikation, wenn es um Fragen der Sexualität geht?

Zur Klärung dieser und weiterer Fragen bieten Ihnen die Deutsche AIDS Hilfe und die AIDS-Hilfe Potsdam ein wissenschaftlich evaluiertes Fortbildungsprogramm.

Die AIDS-Hilfe Potsdam und die Deutsche AIDS Hilfe organisieren am Mittwoch, den 13.11.2019 vom 14:00 bis 17:00 Uhr in der AIDS-Hilfe Potsdam einen Workshop für Ärztliches Personal in Brandenburg.

Der Workshop wird von Referent_innen der Deutschen AIDS-Hilfe und Herrn Oberarzt Tillmann Schumacher aus dem Klinikum Ernst von Bergmann durchgeführt.

Für die Teilnahme erhalten Sie 5 Punkte (Kategorie C) der Landesärztekammer.

Für Ihre Anmeldung nutzen Sie bitte das Anmeldeformular bzw. die Mail: sk@aidshilfe-potsdam.de

PrEP ist da: Kassenfinanzierung der HIV-Prophylaxe ab 1. September

Zur PrEP (PräExpositionsProphylaxe) nehmen HIV-negative Menschen ein HIV-Medikament ein, um sich vor HIV zu schützen. Das Medikament verhindert, dass sich das Virus nach dem Eindringen in den Körper vermehren kann. Das Medikament Tenofovirdiproxil/Emtricitabin (Truvada® oder Generika, Abkürzung TDF/FTC) ist in Deutschland zur PrEP bei Erwachsenen mit hohem HIV-Risiko zugelassen.

Ab dem 1. September 2019 haben gesetzlich Krankenversicherte ab 16 Jahren mit einem substanziellen HIV-Risiko Anspruch auf die Medikamente und erforderlichen Untersuchungen für die HIV-Prophylaxe PrEP.
Wer genau ein solches erhöhtes Risiko hat, welche Leistungen die PrEP umfastt und welche Ärzt_innen die PrEPverschreiben dürfen, haben die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen End Juli in einer jetzt veröffentlichenten Vereinbarug festgehalten.

Die Regelungen der Anspruchsberechtigten folgen weitgehend den Deutsch-Österreichischen Leitlinien zur HIV-Prä-Expositions-Prophylaxe aus dem Jahr 2018.

Als Menschen mit „substanziellem Risiko“ gelten:

– Männer, die Sex mit Männern haben, oder trans* Personen, die in den letzten drei bis sechs Monaten Anlaverkehr ohne Kondom hatten und/oder voraussichtlich in den kommenden Monaten Analverkehr ohne Kondomen haben und/oder in den zwölf Monaten vor der Beratung zur PrEP-Verschreibung eine Geschlechtskrankheit  hatten

– Partner_innen von Menschen mit HIV, bei denen HIV noch sexuell übertragbar ist (das heißt, die Zahl der HIV-Viren im Blut liegt noch nicht seit mindestens sechs Monatenen unter 200 RNA-Kopien/ml Blutplasma)

– intravenös Drogen konsumierende Personen, die keine sterilen Spritzenbestecke verwenden, zum Beispiel, weil sie im Gefängnis keinen Zugang dazu haben (nach individueller Prüfung)

– Menschen, die Sex ohne Kondom mit Partner_innen haben, bei denen eine nicht diagnostizierte und damit nicht behandelte HIV-Infektion wahrscheinlich ist, zum Beispiel bei sexuellen Kontakten mit Menschen aus besonders von HIV betroffenen Gruppen (nach individueller Prüfung).

Finanziert werden die für die PrEP nötigen Untersuchungen sowie die Medikamente.

Laut Vereinbarung umfasst die PrEP-Versorgung
– die ärztliche Beratung
– die PrEP-Medikamente (Versicherte zahlen die gesetzliche Zuzahlung) und die Untersuchungen, die vor und während der PrEP erforderlich sind

Weitere Informationen zu finden unter: https://www.aidshilfe.de/hiv-prep

Leitlinien: deutsch-oesterreichische-leitlinien-zur-hiv-praeexpositionsprophylaxe

 

Respekt und Selbstverständlichkeit

Für einen diskriminierungsfreien Umgang mit HIV-positiven Menschen im Arbeitsleben

Deklaration positiv arbeiten

Deklaration gegen Diskriminierung im Arbeitsleben veröffentlicht. IBM, SAP und viele andere: HIV ist Teil von Diversity

Mehr als 50 namhafte Unternehmen und Organisationen haben in Hamburg eine Deklaration gegen Diskriminierung von Menschen mit HIV im Arbeitsleben unterzeichnet.

Am Vortag des Deutsch-Österreichischen Aids-Kongresses (DÖAK) setzen sie damit öffentlich ein Zeichen, vermitteln ein zeitgemäßes Bild vom Leben mit HIV und kündigen konkrete Maßnahmen für einen respektvollen und selbstverständlichen Umgang mit HIV-positiven Kolleg_innen an.

Die Arbeitgeber_innen-Deklaration ist auf Initiative der Deutschen Aidshilfe (DAH) entstanden. Die Liste der Unterzeichnenden reicht von weltweit tätigen Großunternehmen bis zu Einzelhandelsgeschäften, von Verbänden über Städte bis zu lokalen Einrichtungen.

Dazu sagt DAH-Vorstand Winfried Holz:

„Alle gemeinsam machen wir deutlich: HIV braucht im Arbeitsalltag überhaupt keine Rolle zu spielen. Einem ganz normalen kollegialen Umgang steht nichts im Wege. Wir appellieren an alle Menschen in der Arbeitswelt: Tragen Sie dieses Wissen auch in Ihr Umfeld! Es schafft Erleichterung für alle Beteiligten.“

Nach der Erstunterzeichnung in Hamburg sollen nun möglichst viele weitere Unternehmen und Organisationen die Deklaration unterschreiben.

Kolleg_innen wie alle anderen

Bei rechtzeitiger Diagnose und Behandlung können Menschen mit HIV heute leben und arbeiten wie alle anderen. Sie sind genauso leistungsfähig und können jeden Beruf ausüben.

Prof. Dr. Hans-Jürgen Stellbrink, Präsident des Deutsch-Österreichischen AIDS-Kongresses, erklärt:

„Die Medizin hat HIV heute gut im Griff. Die Infektion muss keine Einschränkung mehr bedeuten. Ängste vor einer Übertragung bei der Zusammenarbeit waren schon immer unbegründet. Unter Therapie ist eine Übertragung von HIV prinzipiell nicht mehr möglich. Im Arbeitsalltag ist HIV irrelevant.“

Benachteiligung, Ängste und Vorurteile

Immer wieder jedoch erleben Menschen mit HIV im Beruf Benachteiligung und sind Vorurteilen ausgesetzt: häufiger krank, eine Gefahr für andere, schlecht fürs Image des Unternehmens.
In einigen Unternehmen – vor allem im Gesundheitswesen – gehört sogar der HIV-Test immer noch zur Einstellungsuntersuchung, obwohl er rechtlich unzulässig und das Ergebnis für die Arbeit unerheblich ist.
Der Diskriminierung zugrunde liegen dabei meist völlig veraltete Vorstellungen vom Leben mit HIV, irrationale Ängste vor einer Übertragung und unzulässige moralische Bewertungen.

Akzeptanz ist gut für alle

Die beteiligten Unternehmen begreifen die Deklaration sowohl als Frage individueller Rechte, als auch als Teil ihrer Diversity-Strategien. Sie wissen: Ausgrenzung und die Angst davor machen krank und schaden dem Unternehmen. Akzeptanz ist unerlässlich für ein produktives Betriebsklima.

„Wir haben keine Angst vor Vielfalt. Vielfalt ist für uns wichtig, denn Vielfalt bedeutet Innovation. HIV ist für uns eine von zahlreichen Facetten“, sagt Dr. Ernesto Marinelli, Senior Vice President und Head of HR bei SAP.

Sein offen HIV-positiver Mitarbeiter Jörg Beißel, Senior Facility Specialist, berichtet: „Die Rückendeckung meiner Unternehmensführung bedeutet für mich ein proaktives Bekenntnis: Du bist genau so richtig, wie du bist. Ich finde es sehr gut, dass meine Firma diese Kampagne in dieser Form unterstützt und somit hilft, Aufklärungsdefizite zu beseitigen!“

Norbert Janzen, Personal-Geschäftsführer bei IBM unterstreicht: „Es freut mich, dass wir heute diese Deklaration mitunterzeichnen können – ein wirkliches Highlight in unserer über 10-jährigen Partnerschaft mit der Deutschen Aidshilfe. Die Förderung des Einzelnen hat bei IBM eine über 100 Jahre lange Tradition, sie ist Leitmotiv unserer Firmenkultur. Die Individualität aller Mitarbeitenden als Basis für Innovation und Kundenorientierung ist für den Erfolg unseres Unternehmens auch in Zukunft unerlässlich.“

Axel Wedler, offen HIV-positiver Senior Manager bei IBM, erklärt: „Das klare Bekenntnis meiner Füh­rungskräfte ermutigt mich, überall im Unternehmen weiter offen mit dem Thema umzugehen und anderen als An­sprechpartner zur Verfügung zu stehen. Das fördert Offenheit und Akzeptanz weit über das Thema HIV hinaus.“

Erstunterzeichnende der Deklaration „Für Respekt und Selbstverständlichkeit: Für einen diskriminierungsfreien Umgang mit HIV-positiven Menschen im Arbeitsleben“

Accenture • Aperto • Agentur für Arbeit Hamburg • Arbeitskreis Jugend- und Drogenberatung im Kreis Warendorf e.V. • Architekturbüro Silke Anna Linnemann • art*design • Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration Hamburg • Bochum • Bosch • Caritas Berlin • Daimler • DAK-Ge­sundheit • Deutsche Bahn • Deutsche Bank • Deutsche Druck und Verlagsgesellschaft • Deutsche Eiche / Joseph Sattler GmbH • Dortmund • Deutsches Rotes Kreuz e.V. (DRK) •  DRK Kreisverband Wolfenbüttel • DRK-Landesverband Hamburg • DRK-Landesverband Niedersachsen • Drogenhilfe Schwaben • Elsevier • Flughafen Dortmund • Gasteig München GmbH • Fürth • GEW NRW • GSK • GLS Bank • IBM • IMAGE Ident GmbH • IT-Lorenz • Kare Design • Lyra Apo­theke • Münchener Kammerorchester • Norddeutscher Rundfunk (NDR) • Der Paritätische Berlin • Der Paritätische Gesamtverband • Der Paritätische Hamburg • PwC • Reichshof Hamburg Curio Collection by Hilton • SAP •  Schön Klinik Bad Bramststedt • Techniker Krankenkasse • Mannheim • Megaherz GmbH Film und Fernsehen • München • Nürnberg • Die Piratenpartei • Staatstheater am Gärtnerplatz, München • Stadtreklame Nürnberg • Tech Data • Vivantes • zahlreiche Aidshilfe-Organisationen (Stand: 11.6.2019)

weiter Informationen findet man: http://www.positiv-arbeiten.de

HIV GRENZT DICH NICHT AUS. UNWISSEN SCHON.

In diesem Jahr feiert der HIV IM DIALOG-Kongress sein 20-jähriges Jubiläum zu dem herzlich eingeladen wird. Das zentrale Thema dieses Jahr ist STIGMA, deshalb lautet das Motto:

HIV GRENZT DICH NICHT AUS. UNWISSEN SCHON.

HIV-Stigma beenden, Zugänge zur sexuellen Gesundheit schaffen!

Einladung zum Internationalen Fachkongress HIV IM DIALOG am 30. und 31. August im Berliner Rathaus

Veranstaltungsflyer: HID_FLYER_2019_Programm

hier können Sie sich online anmelden: http://www.hiv-im-dialog.de/index.php?id=34

Durch Beratung und Aufklärung, Testangebote,  Kondome, Schutz durch Therapie und Prä- und Postexpositionsprophylaxe kann für sehr viele Menschen ein effizientes kombiniertes Präventionspaket zusammengestellt werden. Damit könnten die 90-90-90-0-Ziele erreicht werden, um Aids bis 2030 zu beenden. Dennoch verhindert die Stigmatisierung der HIV-Infektion einen breiteren rationalen Diskurs über die Möglichkeiten eines effektiven Schutzes vor der Infektion. Die Bestrebungen der Rechten und konservativer Kräfte, bereits errungene sexuelle Freiheiten zurückzudrängen, Migrant*Innen zu bekämpfen und Menschen mit einem erweiterten Begriff von  Genderidentität zu diffamieren, birgt die Gefahr eines Rückschlages auch in der HIV-Bekämpfung. Häufig berichten Trans*Personen, neben MSM und andere Menschen mit Fluchterfahrung und/oder aus der Sexarbeit – also aus den Gruppen, die besonders vor einer HIV-Infektion gefährdet sind – von einem beleidigenden Umgang –  sowohl in ihrem Alltag als auch in der Community. Der daraus resultierende Rückzug in immer kleinere als sicherer empfundene Räume erschwert die Präventionsarbeit. In der Folge bleibt diesen Menschen der Zugang zu notwendigen Informationen versperrt, sodass neuere Schutzmöglichkeiten vor einer HIV-Infektion nicht genutzt werden können.

Immer noch werden in Berlin ca. ein drittel der Neudiagnosen bei Menschen mit einer fortgeschrittener HIV-Erkrankung (sog. Late-Presenter) gestellt. Obwohl diese Menschen mitten in der Community leben, erkennen sie noch nicht die Möglichkeiten für sich, die bestehenden Strukturen für eine sexuelle Gesundheit zu nutzen.

Eine offensive Vernetzung und Solidarität mit den besonders gefährdeten Menschen ist eine Möglichkeit, Stigmatisierung und Diskriminierung zurückzudrängen. Um die UNAIDS-Ziele zu erreichen wird es entscheidend sein, wie wir uns mit und durch diese Menschen neu vernetzen und wie wir die Zugänge zu den Präventionsstrukturen gestalten.

Durch die Vielfalt der teilnehmender Experten*innen und Aktivist*innen aus den Bereichen Medizin, Gesundheitsversorgung, Politik und Sozialwissenschaft bietet HIV im Dialog eine einzigartige Möglichkeit des interdisziplinären Informations- und Erfahrungsaustauschs. HIV im Dialog 2019 wird gemeinsam vom Arbeitskreis AIDS der niedergelassenen Ärzte aus Berlin (AK AIDS), der Berliner Aids-Hilfe e.V., Update-your-life und dem Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum veranstaltet.

Wir haben sehr bewusst wieder das Berliner Rathaus (Rotes Rathaus) gewählt – der Sitz des Regierenden Bürgermeisters von Berlin – als Signal an Politik und Öffentlichkeit, HIV und Aids als gesellschaftsrelevantes Thema, nicht aus den Augen zu verlieren.