21. Juli: Erinnerungen zum Gedenktag für verstorbene Drogengebraucher*innen

Infos zum Gedenktag

Der erste Gedenktag für verstorbene Drogengebraucher_innen wurde 1998 begangen. Seitdem hat sich der 21. Juli zum größten Gedenk- und Aktionstag im Themenfeld „illegale Substanzen“ entwickelt.  Vielfältige Veranstaltungen sind in vielen Städten und unter Beteiligung von mehr als 150 Einrichtungen sind ein Zeichen dafür, dass das Angebot des gemeinsamen Gedenkens, der Trauer und der Aktion eine besondere Bedeutung hat. 

Start zum 1. Juli 2021: Bundesmodellprojekt „NALtrain“ startet: Leben retten mit Naloxon

Deutsche Aidshilfe, Institut für Suchtforschung und Akzept wollen das Notfallmedikament bekannter machen und verbreiten, um Drogentodesfälle durch Überdosierungen zu reduzieren.

Über 600 Menschen sind 2020 infolge des Konsums von Heroin und anderen Opioiden gestorben – unter einer Drogenpolitik, die weiterhin auch auf die Kriminalisierung von Konsumierenden setzt. Viele dieser Todesfälle aber hätten durch ein Naloxon-Nasenspray vermieden werden können. Das einfach anwendbare Medikament Naloxon kann innerhalb weniger Minuten die atemlähmende Wirkung von Opioiden wie Heroin, Fentanyl oder Methadon aufheben und damit Leben retten.

Doch bislang kommt das Notfallmedikament viel zu wenig zum Einsatz. 2019 wurde das verschreibungspflichtige Nasenspray nur 370 Mal per Kassenrezept (und 570 Mal per Privatrezept, meist über Projekte) an Drogengebraucher*innen ausgegeben – bei geschätzten 165.000 Opioidkonsument*innen in Deutschland. Mitarbeiter*innen von Aids- und Drogenhilfen werden geschult, das Wissen zum Notfallmedikament Naloxon weiterzugeben

Dabei sei mit der Einführung des Nasensprays 2018 eine Grundlage geschaffen worden, das lebensrettende Medikament verstärkt auch durch geschulte Laien wie zum Beispiel Betroffene, Eltern und Angehörige sowie durch Mitarbeiter*innen der Drogen- und Aidshilfen einzusetzen, bis Rettungskräfte vor Ort sind, so Professor Heino Stöver. Er ist der Gesamtleiter des gemeinsam von seinem Institut für Suchtforschung Frankfurt mit Akzept e.V. und der Deutschen Aidshilfe entwickelten Bundesmodellprojekts „NALtrain“, das zum 1. Juli 2021 startet.

Im Rahmen von NALtrain sollen zunächst in 40 Städten Mitarbeiter*innen in Einrichtungen der Aids- und Drogenhilfe durch halbtägige Schulungen zu Trainer*innen ausgebildet werden, die ihr Wissen dann in Kurzinterventionen an Drogengebraucher*innen und Substituierte weitergeben. Verbindliche Kontakte mit Ärzt*innen sollen mehr Verschreibungen des Naloxon-Nasensprays ermöglichen

Außerdem werden in den teilnehmenden Städten verbindliche Kontakte zu Ärzt*innen aufgebaut, damit alle geschulten Drogengebraucher*innen und Substituierten auch ein Rezept erhalten, das sie in der Apotheke einlösen können.

Im Rahmen einer Begleitevaluation werden Daten zur Anzahl der ausgebildeten Personen sowie zur Zahl der Rezepte erfasst. Zudem soll ein Rückmeldesystem nach erfolgter Anwendung des Nasensprays installiert werden.

Ziel des Projektteams ist es, dass nach Abschluss des auf drei Jahre angelegten Programms viele tausend Drogengebraucher*innen und Substituierte das Naloxon-Nasenspray mit sich führen und im Notfall anwenden können. Zudem soll das Thema „Drogennotfall“ ein fester Baustein in der Arbeit und Ausbildung aller in den Drogen- und Aidshilfen tätigen Mitarbeiter*innen werden.

Bereits im Mai ist mit https://www.naloxontraining.de/ eine Naloxon-Notfall-App und ein digitales Schulungsprogramm zum Einsatz des lebensrettenden Medikaments an den Start gegangen.

Aidshilfe startet Kampagne – Ganz selbstverständlich HIV-positiv

Ganz selbstverständlich HIV-positiv – Aidshilfe startet Kampagne für offenen und entspannten Umgang

Ein Podcast und vielfältige Veranstaltungen zum Leben mit HIV sollen dazu beitragen, dass HIV bald im Alltag keine Rolle mehr spielt.

„Selbstverständlich positiv“ – Unter diesem Titel startet die Deutsche Aidshilfe (DAH) am Donnerstag, den 29. April 2021 eine Kampagne von und für Menschen mit HIV. Sie soll zu einem offenen und selbstbewussten Leben mit HIV ermutigen und damit zugleich Diskriminierung entgegenwirken.

„Menschen mit HIV können heute in den meisten Fällen leben wie alle anderen – und haben ein Recht darauf, auch genau so behandelt zu werden. Viele sprechen aber noch nicht über ihre HIV-Infektionen, denn sie müssen immer noch mit Diskriminierung rechnen, und HIV wird oft zum Problem gemacht, wo es keine Rolle spielen müsste. Unser Ziel ist ein entspannter, offener Umgang mit dem Thema HIV in allen Lebensbereichen“, sagt DAH-Vorstand Björn Beck, der selber HIV-positiv ist.

Fakt ist: Im Alltag ist die HIV-Infektion in den allermeisten Situationen völlig irrelevant. Bei rechtzeitiger Diagnose und Therapie sorgen heute HIV-Medikamente dafür, dass Menschen mit HIV gesund bleiben und mit der Infektion alt werden können, HIV ist unter Therapie auch nicht mehr übertragbar.

Bei der Befragung „positive stimmen“ gaben im letzten Jahr 90 Prozent an, dass sie gut mit Ihrer HIV-Infektion leben, 52 Prozent berichteten jedoch, durch Vorurteile beeinträchtigt zu sein.

„Selbstverständlich positiv“ startet Donnerstagabend um 19.30 Uhr mit einem Live-Event auf Facebook.
Macher*innen berichten von ihrer Motivation und Intention, außerdem gibt es Interviews und Beiträge zu vielen Themen rund um das Leben mit HIV.

Am Schluss des Live-Streamings geht die erste Folge eines Podcasts online, der das Herzstück der Kampagne bildet: Alle 14 Tage erzählen Gäste, was ihnen geholfen hat, offen positiv zu leben – oder was sie dafür noch brauchen. Gast der ersten Folge ist die Drag Queen Barbie Breakout, bekannt aus der Reality-Show „The Diva in me“ und durch ihr oft aufsehenerregendes Engagement gegen Diskriminierung.

Weitere Bestandteile der Kampagne sind Social-Media-Aktionen, Listening-Lounges, Diskussionsveranstaltungen sowie Austauschrunden zu ermutigenden Erfahrungen und Herausforderungen eines offenen Lebens mit HIV.

Menschen mit HIV werden selbst aktiv

„Selbstverständlich positiv“ wurde von HIV-positiven Menschen selbst in einer Themenwerkstatt der Deutschen Aidshilfe entwickelt. Indem sie selbst offen mit ihrer HIV-Infektion umgehen, wollen sie anderen ein Beispiel geben, sie bei einem offenen Umgang damit unterstützen und Angst und Scham abbauen. Mehr öffentliche Präsenz von Menschen mit HIV soll das Bild vom Leben mit HIV verändern und eine neue Selbstverständlichkeit in der Gesellschaft schaffen.

„Die Kampagne richtet sich in erster Linie an Menschen mit HIV. Wir wollen uns gegenseitig ermutigen, selbstverständlich mit HIV zu leben und uns gegen Diskriminierung zu wehren. Wir setzen dabei auf gegenseitige Hilfe und Ermutigung“, erläutert Heike Gronski, die das Community-Projekt als Referentin für das Leben mit HIV bei der Deutschen Aidshilfe koordiniert.

Christian Hillen, der „selbstverständlich positiv“ mitentwickelt hat, sagt: „Viele von uns haben Schuldzuweisungen und Abwertung verinnerlicht und richten ihr Leben stark daran aus, wie andere reagieren könnten. Davon möchten wir uns alle befreien. Wir nehmen uns die Freiheit, selbstverständlich positiv zu sein. Und wir sind sehr zuversichtlich, dass diese positive Energie ansteckend wirkt.“

Heike Gronski betont: „Jeder Mensch muss und darf natürlich selbst entscheiden, wie offen er mit der eigenen HIV-Infektion umgehen möchte. Für die meisten geht es Schritt für Schritt voran. Wir möchten möglichst viele beim nächsten Schritt unterstützen. Unser Ziel ist, dass niemand mehr darüber nachdenken muss, wer von der Infektion erfahren darf. Wir glauben, dass wir dieses Ziel nur erreichen können, wenn wir uns zeigen und gegenseitig stark machen.“

Mehr Informationen:

Kampagnenwebsite: www.selbstverständlichpositiv.de

Live-Event zum Kampagnenstart am 29.4.2021 um 19:30 Uhr

Archivierte Live-Videos der Deutschen Aidshilfe

Studie: Diskriminierung macht vielen Menschen mit HIV das Leben schwer

VERGEWALTIGT – Was nun?

Hilfe nach Vergewaltigung – Medizinische Soforthilfe und vertrauliche Spurensicherung

Vergewaltigt - Was nun? Medizinische Soforthilfe und vertrauliche Spurensicherung

Sexuelle Gewalt hinterlässt Spuren – nicht nur in der Seele der Betroffenen, sondern oftmals auch körperliche Verletzungen. Deshalb sollten Opfer einer Vergewaltigung sich auf jeden Fall medizinisch untersuchen lassen, auch wenn Sie selbst keine Verletzungen bemerken.
Die Entscheidung, ob eine Anzeige bei der Polizei gestellt werden soll, fällt vielen Betroffenen direkt nach der Tat schwer. Viele sind traumatisiert und daher nicht in der Lage, eine Entscheidung für oder gegen eine Anzeige zu treffen. Aus Angst oder Scham bleiben viele Opfer medizinisch unversorgt und nehmen keine Hilfe in Anspruch.
In Brandenburg haben Opfer von Vergewaltigungen die Möglichkeit, in vier Kliniken vertraulich Spuren sichern zu lassen – ohne sofort Anzeige bei der Polizei erstatten zu müssen. So haben sie mehr Zeit, sich diesen Schritt in Ruhe zu überlegen.
Wenn ein Opfer in eine der vier Kliniken kommt und zum Beispiel mit dem Schlüsselsatz „Ich brauche dringend ein Gespräch mit einer Gynäkologin“ bzw. „Ich brauche dringend ein Gespräch mit einem Urologen“ diskret darauf aufmerksam macht, dass eine Vergewaltigung stattgefunden hat, wird es unverzüglich zu der entsprechenden Station weitergeleitet. Dort soll in ruhiger Atmosphäre das weitere Vorgehen mit der Ärztin oder dem Arzt beraten werden. Auf Wunsch wird auch der Kontakt zu Opferunterstützungseinrichtungen vermittelt.
Landesweit sind Gynäkologen über das Angebot informiert und können Frauen entsprechend beraten. Informationen gibt es auch bei allen Opferberatungsstellen der Opferhilfe.

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Hepatitis B- und C-Sreening wird Teil des Gesundheits-Check ups

Hepatitis-B- und -C-Screening wird Teil des Gesundheits-Check-ups

Das einmalige Screening auf Hepatitis B und C wird ab 11. Februar 2021 fester Bestandteil des Gesundheits-Check-ups. Mit dem entsprechendenden Eintrag in den Bundesanzeiger wurde ein Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) vom 20. November 2020 umgesetzt.

Gesetzlich Versicherte ab dem 35. Lebensjahr haben alle drei Jahre Anspruch auf einen Gesundheits-Check-up. In diesem Rahmen können nun einmalig auch kostenfreie Tests auf die Viruserkrankungen Hepatitis B (HBV) und Hepatitis C (HCV) durchgeführt werden.

Ziel sei es, unentdeckte, da zunächst symptomlos oder schleichend verlaufende Infektionen zu erkennen.

„Die Folgen einer unbehandelten chronischen Infektion mit Hepatitis B oder C sind äußerst schwerwiegend und mit viel Leid für die betroffenen Patientinnen und Patienten verbunden“, sagte Dr. Monika Lelgemann, unparteiisches G-BA-Mitglied und Vorsitzende des Unterausschusses Methodenbewertung.

„Gleichzeitig ist eine Infektion mit Hepatitis B oder C äußerst zuverlässig diagnostizier- und therapierbar“, erklärte Lelgemann. Mit dem neu eingeführten Screening könnten Hepatitis-Infektionen frühzeitig erkannt, behandelt und damit schwerwiegende Spätfolgen wie Leberzirrhose oder Leberkrebs verhindert werden.

Screening kann separat nachgeholt werden

Versicherte, deren Gesundheits-Check-up weniger als drei Jahre zurückliegt, können das neu eingeführte Hepatitis-Screening separat nachholen oder beim nächsten regulären Check-up erledigen.

Bis zur Umsetzung muss der G-BA-Beschluss noch dem Bundesministerium für Gesundheit zur Prüfung vorgelegt und im Bundesanzeiger veröffentlicht werden. Danach verhandeln Ärzt_innen und Krankenkassen im Bewertungsausschuss die Höhe der ärztlichen Vergütung. Sobald die Abrechnungsziffer feststeht, kann die Leistung in Anspruch genommen werden. Die Deutsche Aidshilfe hatte in der Expert_innenanhörung für die Einführung eines solchen Screenings bereits ab einem Alter von 18 Jahren plädiert.

Dieser Vorschlag wurde in der Plenumsdiskussion des G-BA von der Patient_innenvertretung unterstützt, die ein Mitberatungs- und Antragsrecht hat, jedoch kein Stimmrecht. Die Mehrheit des Gremiums stimmte schließlich gegen den Vorschlag. Ärzt_innen könnten allerdings wei­terhin jüngere Patient_innen auf Hepatitis B und C testen lassen, falls sie möglichen Risikogruppen angehören.

 

 

Seminare und Fortbildungen der Deutschen Aidshilfe

Schnell, einfach, übersichtlich: Die neue Seminarwebseite Deutschen Aidshilfe online!

Anmeldung und Kommunikation online

Die neue Seminarverwaltung SeminarDesk ist komplett webbasiert. Die Anmeldung erfolgt online, ebenso unsere Kommunikation. Alle wichtigen Infos versenden wir per Mail. Das macht es einfacher, schneller, übersichtlicher und umweltfreundlicher.

Menschen, die bei der Online-Anmeldung Unterstützung brauchen, können sich an die für ein Seminar zuständigen Ansprechpartner_innen wenden. Wer seine Unterlagen weiterhin per Post erhalten möchte, kann das gesondert angeben.

Konto einrichten auf seminar.aidshilfe.de.

Jede_r kann sich auf seminar.aidshilfe.de ein Nutzer_innenkonto einrichten. Persönliche Daten können so für die Anmeldung und Abrechnung mehrerer Seminare genutzt werden. Zudem besteht die Möglichkeit, hier Themenvorlieben zu markieren und eine Benachrichtigungsfunktion für Seminare zu aktivieren, die dem eigenen Themenprofil entsprechen.

Der Datenschutz wird jederzeit gewahrt. Alle Daten bleiben in Deutschland und sind DSGVO-konform gesichert.

Feedback und Anregungen

Da die Software im Laufe der nächsten Monate noch weiterentwickelt wird, bitten wir um Verständnis, wenn noch nicht alle Funktionen sofort nutzbar sind. Wir freuen uns auf eure Anmeldungen und euer Feedback zur neuen Seite!

Jetzt direkt testen und für Veranstaltungen anmelden: http://seminar.aidshilfe.de/

 

Aidshilfe.de in leichter Sprache: Einfach zu lesen und für alle zu verstehen

Aidshilfe.de bietet Basisinfos zu HIV, Hepatitis und Geschlechtskrankheiten jetzt auch in Leichter Sprache und mit begleitenden Illustrationen.

Rund 6,2 Millionen Erwachsene in Deutschland können laut einer Studie der Universität Hamburg lassen sich

allenfalls einfache Sätze lesen und verstehen – sei es weil, weil Deutsch nicht ihre Muttersprache ist, weil ihre geistigen oder Lernfähigkeiten eingeschränkt sind oder sie beispielsweise an Demenz erkrankt sind.

Diese Menschen sind daher auf Texte in Leichter Sprache angewiesen.

Leichte Sprache zeichnet sich unter anderem durch einfache Worte und kurze Sätze aus.

Außerdem helfen Bilder und Aufzählungszeichen dabei, die Informationen zu ordnen und leichter zu verstehen, und zwar für alle Menschen.

Seit Oktober bietet die Deutsche Aidshilfe die wichtigsten Informationen rund um HIV/Aids, Hepatitis und Geschlechtskrankheiten auch in Leichter Sprache an.

Die Texte wurden von einer professionellen Agentur übersetzt und von Prüfgruppen auf Verständlichkeit geprüft.

Unter leichte-sprache.aidshilfe.de finden Menschen, die Schwierigkeiten beim Lesen von längeren oder komplexen Texten haben, fundierte, einfach zu verstehende Informationen etwa zum HIV-Test, zum Leben mit HIV oder zum Schutz vor HIV beim Drogengebrauch.

„Aids-Hilfe in Leichter Sprache“ ist Teil des barrierefreien Online-Angebots der DAH, das in den letzten Jahren kontinuierlich erweitert wurde.

Dazu gehören beispielsweise Informationsvideos für schwule und bisexuelle Männer in Deutscher Gebärdensprache, die Vorlesefunktion auf der Webseite aidshilfe.de und die grafische Neugestaltung von aidshilfe.de unter Aspekten der Barrierefreiheit.

Geplant sind darüber hinaus auch gedruckte Broschüren und weitere Angebote in Leichter Sprache.

Brandenburg: Neuer Flyer über Safer Sex 3.0 in fünf Sprachen

Ministerium veröffentlicht Flyer über Safer Sex 3.0 in fünf Sprachen

Pünktlich zum Welt Aids-Tag hat das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz einen Flyer zum Thema Safer Sex 3.0 veröffentlicht. Wertfrei und offen Fragen zu Sexualität und sexueller Gesundheit zu beantworten ist ein wichtiges der Initiative Brandeburg – Gemeinsam gegen Aids. Menschen sollen befähigt werden, sich zu schützen, aber vor allem ihre Sexualität selbstbestimmt, sexpositiv zu leben.

Mit diesem Flyer in 5 Sprachen wurde eine wichtige Maßnahme im Gesundheitszieleprozess HIV und sexuell übertragbare Infektionen (STI) erreicht. Die Allgemeinbevölkerung Brandenburgs wird über die 3 wichtigen Safer Sex Methoden informiert. Durch den Zuwachs an Wissen kann erreicht werden, dass ünbegründete Ängste vor einer Ansteckung abgebaut und Diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen, die mit dem Virus leben verhindert werden. Inzwischen wissen dies nur 18 % der Bevölkerung. Das sollen mehr werden!

Die 3 Schutzmaßnahmen vor einer HIV-Infektion sind:

  1. Kondombenutzung
  2. Schutz durch Therapie
  3. Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP)

Safer gilt gemeinhin als Synonym für Schutzmaßnahmen, die ermöglichen, einen Kompromiss zwischen Lust in ihren unterschiedlichsten Facetten und dem Vermeiden von gesundheitlichen Risiken. Die Schutzmaßnahmen sind wissenschaftlich belegt und durch medizinische Studien bestätigt.

Eine Brandenburg Karte zeigt die aktuellen Test-Orte: gesundheitsämter, Aids-Hilfen und 2 Brandenburger HIV-Arztpraxen.

Der Flyer steht in Deutsch, Englisch, Französisch, Russisch und Arabisch zur Verfügung.

Flyer_HIV_2020_dt.pdf

Safer Sex 3.0 Schutz vor einer HIV-Infektion_französisch
Safer Sex 3.0 Schutz vor einer HIV-Infektion deutsch
Safer Sex 3.0 Schutz vor einer Infektion englisch
Safer Sex 3.0 Schutz vor einer Infektion arabisch
Safer Sex 3.0 Schutz vor einer Infektion russisch

Welt-Aids-Tag 2020

Anlässlich des Welt-Aids-Tages hat Ministerin Ursula Nonnemacher folgende Pressemitteilung herausgegeben.

Pressemitteilung vom 30.11.2020

Welt-Aids-Tag / Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher: „Es geht um den Abbau von Tabus“

Zum internationalen Welt-Aids-Tag (1. Dezember) ruft Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher dazu auf, Vorbehalte und Ängste abzubauen: „Seit knapp 40 Jahren kennen wir HIV und AIDS und trotzdem sind Betroffene nach wie vor unbegründeten Vorurteilen und Ausgrenzung ausgesetzt. Der Aufklärungsbedarf ist immer noch groß.“

Der Welt-Aids-Tag macht jährlich auf die Situation und die Rechte von HIV-positiven Menschen weltweit aufmerksam und ruft zu einem Miteinander ohne Vorurteile und Ausgrenzung auf. Bei rechtzeitiger Behandlung haben HIV-positive Menschen eine fast normale Lebenserwartung und können leben wie alle anderen Menschen. Sie müssen jedoch noch immer mit Ablehnung, Stigmatisierung und Benachteiligung rechnen.

„Das Motto des diesjährigen Welt-Aids-Tags ‚Solidarität statt Diskriminierung‘ begrüße ich sehr, denn das Halbwissen über HIV und Aids ist immer noch erschreckend. Sorgen macht mir auch, dass laut Schätzungen knapp 11.000 Menschen in Deutschland gar nichts wissen von ihrer Infektion. Eine Zahl, die gleichbleibend ist in den letzten Jahren. Wir brauchen daher intensivere Beratung. Dazu ist eine Enttabuisierung von HIV und mehr Vertrauen zwischen Arzt und Patient wichtig“, so Nonnemacher.

In Brandenburg haben sich im Jahr 2019 geschätzt 75 Menschen mit HIV infiziert, davon ca. 55 Männer und 20 Frauen (gleichbleibend zu 2018). Bis Ende 2019 lebten geschätzt 370 Menschen mit HIV in Brandenburg, davon sind 95 Infizierte diagnostiziert, 270 Menschen wissen laut Schätzung des Robert Koch Instituts nichts von ihrer Infektion. Das hat zur Folge, dass diese Menschen bisher keine Therapie erhalten und demnach weiterhin ihre Partner*innen infizieren können. „Es muss uns gelingen, die Zahl der nichtdiagnostizierten Fälle durch niedrigschwellige Angebote und Erweiterung der Testmöglichkeiten zu reduzieren. Auch hier gilt: offen zu reden, ist die beste Möglichkeit der Aufklärung “, so Nonnemacher.

Flyer klärt über Safer Sex 3.0 auf

Das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz hat einen Flyer zum Thema Safer Sex 3.0 veröffentlicht mit den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Schutz vor einer HIV-Infektion. Der Flyer gibt Informationen zu Präventionsmethoden mit Kondom, hochwirksamer antiretroviraler Therapie und Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP). Eine Brandenburg-Karte zeigt die aktuellen Test-Orte: Gesundheitsämter, Aids-Hilfen und die Brandenburger Schwerpunktpraxen. Der Flyer steht in deutscher, englischer, französischer, russischer und arabischer Sprache zur Verfügung.

Download: Der Flyer kann hier angerufen werden: https://msgiv.brandenburg.de/sixcms/media.php/9/Flyer_HIV_2020_dt.pdf

 

Welt-Aids-Tag 2020 – 3. Staffel #wissenverdoppeln

Kampagne zum Welt-Aids-Tag: HIV-Medikamente verhindern die HIV-Übertragung

In der dritten Staffel von #wissenverdoppeln feiern so viele Menschen wie nie zuvor die entlastende Botschaft: HIV ist unter Therapie nicht übertragbar.

Zum Welt-Aids-Tag am 1.12. geht die Deutsche Aidshilfe (DAH) mit ihrer Kampagne #wissenverdoppeln in die dritte Runde. Neu sind die Gesichter und ein fürs Thema HIV ungewöhnlich beschwingter Stil. Geblieben ist die Botschaft: HIV ist unter Therapie nicht übertragbar. Denn diese wissenschaftliche Tatsache ist noch immer zu wenigen Menschen bekannt. Dieses Wissen kann Berührungsängste abbauen und damit Stigmatisierung entgegenwirken.

Seit Beginn der Kampagne Ende 2018 hat sich das Wissen bezüglich der Nichtübertragbarkeit von HIV unter Therapie bereits einmal nahezu verdoppelt. Laut einer Umfrage im April dieses Jahres wissen 18 Prozent der Menschen in Deutschland von dieser wissenschaftlichen Tatsache. 2017 waren es nur 10 Prozent.

„Den Erfolg der Kampagne gilt es nun auszubauen. Wir machen weiter, bis alle Bescheid wissen und Berührungsängste gegenüber Menschen mit HIV der Vergangenheit angehören“, sagt Winfried Holz vom Vorstand der Deutschen Aidshilfe.

Menschen mit HIV können längst leben wie alle anderen. Medikamente verhindern die Vermehrung des Virus im Körper und erhalten so die Gesundheit. Nach einiger Zeit ist das Virus dann im Blut nicht mehr nachweisbar. Und damit nicht mehr übertragbar – auch beim Sex nicht. Im Alltag war HIV sowieso noch nie übertragbar.

Mehr Wissen und Entspannung

Im Zentrum der Kampagne stehen Menschen mit ihrer jeweils ganz eigenen Geschichte und Botschaft. In diesem Jahr nehmen Isabelle, Christopher und Ibrahim die Öffentlichkeit mit auf ihren Weg zu mehr Wissen und Entspannung.

Isabelle, 28, HIV-positiv, heterosexuell, Berlin:

Isabelle weiß seit drei Jahren, dass sie HIV-positiv ist. Den Tag, an dem HIV in ihrem Blut nicht mehr nachweisbar sein würde, hat sie sehnsüchtig erwartet. Sie weiß: Jetzt kann beim Sex nichts mehr passieren. Ihr Statement: „Meine HIV-Medikamente ermöglichen mir ein entspanntes Leben.“

Christopher, 37, HIV-positiv, heterosexuell, Wien/Barcelona:

Christopher hat sich vor sechs Jahren bei einer Frau mit HIV-infiziert. Die Botschaft, dass HIV-Medikamente eine Übertragung beim Sex verhindern, hat ihm eine große Last genommen: Endlich kann er sich wieder fallen lassen.

Ibrahim, 34, Köln:

Selbst aus dem Libanon geflüchtet, engagiert sich Ibrahim für die Rechte von queeren Geflüchteten und macht HIV-Prävention mit YouTube-Clips auf Arabisch. Er weiß, wie Stigma und Vorurteile den Zugang zu Informationen blockieren. Wenn Ibrahim über die Nichtübertragbarkeit von HIV unter Therapie spricht, ist die Überraschung oft groß.

Gemeinsam feiern – und das Wissen weitergeben

Die dritte Staffel von #wissenverdoppeln stellt die Erleichterung in den Vordergrund, die mit der Botschaft einhergeht, und zeigt sich noch interaktiver.

„Wenn du weißt, HIV ist nicht mehr übertragbar, dann kann das eine enorme Entlastung und Freude sein. Dieses Wissen verändert das Leben von Menschen mit HIV, ihren Partner_innen und vielen anderen. Unsere Botschaft ist nicht nur für einige wenige erleichternd, sondern für alle. Wir finden: Das darf auch mal richtig gefeiert werden“, betont DAH-Vorstand Winfried Holz.

In den Videos der Kampagne feiern darum viele sehr unterschiedliche Menschen die entlastende Tatsache. So wurde ein Clip ausschließlich aus Handyaufnahmen von Menschen produziert, die sich der Kampagne anschließen wollten.

Denn #wissenverdoppeln heißt auch: selbst aktiv werden und das Wissen weitergeben. Dazu lädt die Kampagne mit verschiedenen Möglichkeiten ein: Besucher_innen der Website können dort ihre eigene Geschichte zum Thema teilen; Post-its, Aufkleber und ein teilbarer Flyer animieren ebenfalls zum Verbreiten der Botschaft.

Außerdem tragen Anzeigenmotive in Zeitungen und Zeitschriften sowie das Fahrgastfernsehen im öffentlichen Nahverkehr von Berlin, Hamburg und München das Wissen in die Welt.

Wissenschaftlich bewiesen

Dass HIV unter Therapie nicht übertragbar ist, beweisen mehrere große Studien. Beobachtet wurden Tausende gemischt HIV-positiv-negative Paare, die über 100.000 Male Sex ohne Kondom hatten, ohne dass es zu einer Übertragung kam. So trägt „Schutz durch Therapie“ heute zu einer erfüllten Sexualität ohne Ängste bei.

Auch im Alltag kann die Information irrationale Ängste beseitigen. Zwar hat noch nie die Gefahr bestanden, sich bei der Zusammenarbeit, beim Sport oder über das berühmte geteilte Trinkglas zu infizieren. Solche Befürchtungen gibt es aber trotzdem noch immer. Wenn nun selbst beim Sex keine Übertragung mehr möglich ist, dann ist die Vorstellung eines Risikos im Alltag wirklich nur noch abwegig.

Mehr Infos

Website

Videos der Kampagne

Gemeinschaftsclip

Umfrage April 2020

33. Welt-Aids-Tag am 1. Dezember 2020

 – In 19 Tagen ist der 33. Welt-Aids-Tag –

Motto 2020: Leben mit HIV – anders als du denkst


Die Aktion „Leben mit HIV-Anders als du denkst“ zum 33. Welt-Aids-Tag zeigt die Wirklichkeit im Jahr 2020: Menschen mit HIV geben einen Einblick in ihr Leben.
Dabei wird deutlich: HIV muss im Alltag – bei rechtzeitiger Diagnose und Therapie – nicht mehr die Hauptrolle spielen. Und: Ein entspanntes und respektvolles Zusammenleben von Menschen mit und ohne HIV ist für viele bereits eine Selbstverständlichkeit.

Egal, ob es um den Job, Freiziet, Sexualität oder Familienplanung geht: Menschen mit HIV können heute leben wie alle anderen. Bei rechtzeitiger Behandlung lässt der Ausbruch von Aids sind verhindern. HIV ist unter Therapie auch nicht mehr übertragbar. Das sind gute Nachrichten.

Die schlechten: Diskriminierung macht HIV-positive Menschen das Leben oft immer noch unnötig schwer. Meist sind Vorurteile und Unwissenheit der Grund. Manche Leute fürchten nach wie vor eine Übertragung des Virus im Alltag und gehen deshalb auf Abstand.

Hilfreich ist dabei, wenn alle Beteiligten gut Bescheid wissen. Unsicherheiten lassen sich meist durch Informationen aus dem Weg räumen. Auch dabei will die Aktion helfen. Zugleich bitten wir um Unterstützung: Bitte teilen Sie die Inhalte der Kampagne und sprechen mit anderen Menschen darüber. Zeigen Sie Schleife und setzen Sie mit uns ein Zeichen gegen Diskriminierung!

Die Aktion „Leben mit HIV – anders als du denkst“ ist eine Gemeinschaftsaktion der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), der Deutschen Aidshilfe (DAH) und der Deutschen AIDS-Stiftung (DAS).

Für die Aktionen und Aktivitäten zum Welt-Aids-Tag können Materialien bei der Deutschen Aidshilfe und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bestellt werden.

Bestellformular DAH: Bestellformular DAH

Bestellformular BZgA: Bestellformular BZgA

In den nächsten Tagen werden wir regelmäßig neue Informationen zum Welt-Aids-Tag veröffentlichen.