PEP-Notfalldepot an Brandenburger Kliniken

HIV – PEP Notfalldepot in Brandenburger Kliniken

Postexpositionsprophylaxe (PEP) gegen HIV-Infektionen wurde auf dem Workshop HIV-Postexpositionsprophylaxe im September 1999 in Hamburg definiert „als die Behandlung von einer Person, die mit einer anderen tatsächlich (oder möglicherweise) mit HIV infizierten Person/Sache derart in Kontakt getreten ist, dass eine Infektion mit HIV zumindest potenziell möglich ist“.
Um im Sinne dieser Postexpositionsprophylaxe rasch, d. h. innerhalb von etwa zwei Stunden nach möglicher Exposition, handeln zu können, hat das Gesundheitsministerium im Auftrag der „Initiative Brandenburg – Gemeinsam gegen Aids“ eine aktualisierte Übersicht für Brandenburg erstellt, aus der hervorgeht, welche Krankenhäuser / Kliniken und weitere Standorte dieses Angebot vorhalten.

Neues Kurzvideo: „HIV-positive Patient*innen gut und vertrauensvoll behandeln“

Neues Kurzvideo: „HIV-positive Patient*innen gut und vertrauensvoll behandeln“

Kann ich mich bei HIV-positiven Patient*innen anstecken? Müssen in der Arztpraxis besondere Hygienemaßnahmen beachtet werden? Was ist wichtig für den Umgang mit Menschen mit HIV? Diese und einige andere grundlegende Fragen werden in dem Erklärvideo kurz und verständlich beantwortet.

Der gut zweiminütige Animationsfilm der Deutschen Aidshilfe, der Bundesärztekammer und des Verbands medizinischer Fachberufe richtet sich in erster Linie an medizinisches Fachpersonal in Praxen, Krankenhäusern und anderen Gesundheitseinrichtungen und kann in Fortbildungsveranstaltungen eingesetzt werden.

Ein wichtiger Punkt ist die Information, dass HIV bei einer erfolgreichen HIV-Behandlung selbst beim Sex ohne Kondom nicht mehr übertragen werden kann.

Das Video informiert außerdem darüber, dass medizinisches Personal durch die Standard Hygienemaßnahmen zuverlässig vor HIV und Hepatitis geschützt ist und sich das Risiko bei einer Stich- oder Schnittverletzung mit einem kontaminierten Instrument durch Sofortmaßnahmen und eine sogenannte Postexpositionsprophylaxe minimieren lässt.

Ebenfalls angesprochen werden der erforderliche vertrauliche Umgang mit medizinischen Dokumenten der nötige offene und respektvolle Umgang, die zu einer bedürfnisgerechten und diskriminierungsfreien Behandlung für alle Patient*innen beitragen.

Ausführliche Broschüre ergänzt das Kurzvideo 

Ausführlich sind die verschiedenen Aspekte in der ergänzenden Broschüre „Informationen zu HIV für die medizinische Praxis“ erläutert. Darin werden zusätzlich Themen wie Diagnostik, Krankheitsverläufe und Formen des HIV-Tests behandelt.

Die Publikation kann bei der Deutschen Aidshilfe kostenfrei bestellt werden.

Broschüre „Informationen zu HIV für die medizinische Praxis“
(Bestellung / Download): https://www.aidshilfe.de/shop/informationen-hiv-fur-medizinische-praxis

Video „HIV-positive Patient*innen gut und vertrauensvoll behandeln“: https://www.youtube.com/watch?v=Ez94HraA3mw

 

Hepatitis B- und C-Sreening wird Teil des Gesundheits-Check ups

Hepatitis-B- und -C-Screening wird Teil des Gesundheits-Check-ups

Das einmalige Screening auf Hepatitis B und C wird ab 11. Februar 2021 fester Bestandteil des Gesundheits-Check-ups. Mit dem entsprechendenden Eintrag in den Bundesanzeiger wurde ein Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) vom 20. November 2020 umgesetzt.

Gesetzlich Versicherte ab dem 35. Lebensjahr haben alle drei Jahre Anspruch auf einen Gesundheits-Check-up. In diesem Rahmen können nun einmalig auch kostenfreie Tests auf die Viruserkrankungen Hepatitis B (HBV) und Hepatitis C (HCV) durchgeführt werden.

Ziel sei es, unentdeckte, da zunächst symptomlos oder schleichend verlaufende Infektionen zu erkennen.

„Die Folgen einer unbehandelten chronischen Infektion mit Hepatitis B oder C sind äußerst schwerwiegend und mit viel Leid für die betroffenen Patientinnen und Patienten verbunden“, sagte Dr. Monika Lelgemann, unparteiisches G-BA-Mitglied und Vorsitzende des Unterausschusses Methodenbewertung.

„Gleichzeitig ist eine Infektion mit Hepatitis B oder C äußerst zuverlässig diagnostizier- und therapierbar“, erklärte Lelgemann. Mit dem neu eingeführten Screening könnten Hepatitis-Infektionen frühzeitig erkannt, behandelt und damit schwerwiegende Spätfolgen wie Leberzirrhose oder Leberkrebs verhindert werden.

Screening kann separat nachgeholt werden

Versicherte, deren Gesundheits-Check-up weniger als drei Jahre zurückliegt, können das neu eingeführte Hepatitis-Screening separat nachholen oder beim nächsten regulären Check-up erledigen.

Bis zur Umsetzung muss der G-BA-Beschluss noch dem Bundesministerium für Gesundheit zur Prüfung vorgelegt und im Bundesanzeiger veröffentlicht werden. Danach verhandeln Ärzt_innen und Krankenkassen im Bewertungsausschuss die Höhe der ärztlichen Vergütung. Sobald die Abrechnungsziffer feststeht, kann die Leistung in Anspruch genommen werden. Die Deutsche Aidshilfe hatte in der Expert_innenanhörung für die Einführung eines solchen Screenings bereits ab einem Alter von 18 Jahren plädiert.

Dieser Vorschlag wurde in der Plenumsdiskussion des G-BA von der Patient_innenvertretung unterstützt, die ein Mitberatungs- und Antragsrecht hat, jedoch kein Stimmrecht. Die Mehrheit des Gremiums stimmte schließlich gegen den Vorschlag. Ärzt_innen könnten allerdings wei­terhin jüngere Patient_innen auf Hepatitis B und C testen lassen, falls sie möglichen Risikogruppen angehören.

 

 

Aktuelle Broschüre für die medizinische Praxis

Eine neue Broschüre unterstützt Ärzt_innen und medizinisches Personal bei einer fachgerechten und diskriminierungsfreien Versorgung.

Die Bundesärztekammer (BÄK) und die Deutsche Aidshilfe (DAH) stellen anlässlich des Welt-Aids-Tages am 01.12.2020 eine gemeinsame Broschüre für Ärzt_innen und medizinisches Fachpersonal vor. Sie soll Unsicherheiten im Umgang mit HIV-Patient_innen ausräumen und bietet neben Daten und Fakten zu HIV wichtige Hilfestellungen unter anderem zu Beratung und Aufklärung bei der HIV-Prophylaxe, der HIV-Testung und zum Umgang mit einem positiven Testergebnis.

Unsicherheiten ausräumen

Der Grund für dieses gemeinsame Engagement von BÄK und DAH: Menschen mit HIV erleben auch im Gesundheitswesen noch immer Diskriminierung. Teilweise fehlt es in Praxen und Ambulanzen an Wissen und Erfahrung im Umgang mit HIV-Patient_innen. In einem intensiven Kooperationsprozess haben BÄK und DAH daher diese neue Handreichung entwickelt.

Dazu sagt Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer:

„Die Grundlage für eine erfolgreiche Behandlung von Menschen mit HIV ist ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Patientinnen und Patienten und dem medizinischen Team. Dafür ist es hilfreich, wenn alle Beteiligten gut informiert sind und sich sicher fühlen. Wir möchten Ängste abbauen und zur Auseinandersetzung mit dem Thema anregen. Darüber hinaus gibt die Broschüre konkrete Hilfestellungen für den Praxisalltag.“

Sylvia Urban vom Vorstand der Deutschen Aidshilfe:

„Die Broschüre legt eine Grundlage, um Menschen mit HIV sowie Patient*innen mit vielfältigen sexuellen, sprachlichen und kulturellen Hintergründen bedürfnisgerecht und diskriminierungsfrei zu behandeln. Wir verstehen sie als Einladung, allen Patient*innen das medizinische Umfeld zu bieten, das sie brauchen.“

Benachteiligung und unnötige Ängste

Die Gründe für Diskriminierung sind unterschiedlich. Mitunter können Vorurteile die Ursache sein, ebenso können aber auch Furcht vor Ansteckung oder Unsicherheiten zu ungewollter Diskriminierung führen. So werden unnötige Hygienemaßnahmen oder die – zum Teil auch unbedachte – Preisgabe sensibler Informationen zum Beispiel auf Überweisungsscheinen als diskriminierend empfunden.

„Unser Ziel ist es, dass Patient_innen in der Arztpraxis ohne Angst vor Diskriminierung HIV thematisieren können. Das ist eine wichtige Voraussetzung für eine gute Behandlung “, betont Urban.

Tipps fürs Anamnesegespräch

Über das nötige Basiswissen zu HIV hinaus gibt die Broschüre auch Hilfestellungen, um HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen in Anamnesegesprächen zu thematisieren. Denn Gespräche über diese Themen fallen oft nicht leicht. Gesprächsleitfäden und Checklisten können hier Sicherheit vermitteln.

„Wir möchten mit der Broschüre auch dazu beitragen, dass HIV bei möglichst vielen Menschen frühzeitig diagnostiziert wird. Denn eine HIV-Infektion ist heute bei rechtzeitiger Diagnose gut behandelbar “, betont Reinhardt.

Wegweiser für alle Fälle

Abgerundet wird die Publikation mit Adressen und Kontaktdaten für weitere Fragen sowie Fortbildungsangebote zu Kommunikationsstrategien bezüglich sexuell übertragbarer Infektionen und diskriminierungsfreier Versorgung.

Die Broschüre „Informationen zu HIV für die medizinische Praxis“ hat 48 Seiten und ist kostenlos über den Versand der Deutschen Aidshilfe erhältlich. Auf den Webseiten der Bundesärztekammer und der Deutschen Aidshilfe kann die Broschüre auch als PDF heruntergeladen werden.

www.baek.de/medizinische-praxis-hiv

https://www.aidshilfe.de/shop/informationen-hiv-fur-medizinische-praxis

Welt-Aids-Tag 2020 – 3. Staffel #wissenverdoppeln

Kampagne zum Welt-Aids-Tag: HIV-Medikamente verhindern die HIV-Übertragung

In der dritten Staffel von #wissenverdoppeln feiern so viele Menschen wie nie zuvor die entlastende Botschaft: HIV ist unter Therapie nicht übertragbar.

Zum Welt-Aids-Tag am 1.12. geht die Deutsche Aidshilfe (DAH) mit ihrer Kampagne #wissenverdoppeln in die dritte Runde. Neu sind die Gesichter und ein fürs Thema HIV ungewöhnlich beschwingter Stil. Geblieben ist die Botschaft: HIV ist unter Therapie nicht übertragbar. Denn diese wissenschaftliche Tatsache ist noch immer zu wenigen Menschen bekannt. Dieses Wissen kann Berührungsängste abbauen und damit Stigmatisierung entgegenwirken.

Seit Beginn der Kampagne Ende 2018 hat sich das Wissen bezüglich der Nichtübertragbarkeit von HIV unter Therapie bereits einmal nahezu verdoppelt. Laut einer Umfrage im April dieses Jahres wissen 18 Prozent der Menschen in Deutschland von dieser wissenschaftlichen Tatsache. 2017 waren es nur 10 Prozent.

„Den Erfolg der Kampagne gilt es nun auszubauen. Wir machen weiter, bis alle Bescheid wissen und Berührungsängste gegenüber Menschen mit HIV der Vergangenheit angehören“, sagt Winfried Holz vom Vorstand der Deutschen Aidshilfe.

Menschen mit HIV können längst leben wie alle anderen. Medikamente verhindern die Vermehrung des Virus im Körper und erhalten so die Gesundheit. Nach einiger Zeit ist das Virus dann im Blut nicht mehr nachweisbar. Und damit nicht mehr übertragbar – auch beim Sex nicht. Im Alltag war HIV sowieso noch nie übertragbar.

Mehr Wissen und Entspannung

Im Zentrum der Kampagne stehen Menschen mit ihrer jeweils ganz eigenen Geschichte und Botschaft. In diesem Jahr nehmen Isabelle, Christopher und Ibrahim die Öffentlichkeit mit auf ihren Weg zu mehr Wissen und Entspannung.

Isabelle, 28, HIV-positiv, heterosexuell, Berlin:

Isabelle weiß seit drei Jahren, dass sie HIV-positiv ist. Den Tag, an dem HIV in ihrem Blut nicht mehr nachweisbar sein würde, hat sie sehnsüchtig erwartet. Sie weiß: Jetzt kann beim Sex nichts mehr passieren. Ihr Statement: „Meine HIV-Medikamente ermöglichen mir ein entspanntes Leben.“

Christopher, 37, HIV-positiv, heterosexuell, Wien/Barcelona:

Christopher hat sich vor sechs Jahren bei einer Frau mit HIV-infiziert. Die Botschaft, dass HIV-Medikamente eine Übertragung beim Sex verhindern, hat ihm eine große Last genommen: Endlich kann er sich wieder fallen lassen.

Ibrahim, 34, Köln:

Selbst aus dem Libanon geflüchtet, engagiert sich Ibrahim für die Rechte von queeren Geflüchteten und macht HIV-Prävention mit YouTube-Clips auf Arabisch. Er weiß, wie Stigma und Vorurteile den Zugang zu Informationen blockieren. Wenn Ibrahim über die Nichtübertragbarkeit von HIV unter Therapie spricht, ist die Überraschung oft groß.

Gemeinsam feiern – und das Wissen weitergeben

Die dritte Staffel von #wissenverdoppeln stellt die Erleichterung in den Vordergrund, die mit der Botschaft einhergeht, und zeigt sich noch interaktiver.

„Wenn du weißt, HIV ist nicht mehr übertragbar, dann kann das eine enorme Entlastung und Freude sein. Dieses Wissen verändert das Leben von Menschen mit HIV, ihren Partner_innen und vielen anderen. Unsere Botschaft ist nicht nur für einige wenige erleichternd, sondern für alle. Wir finden: Das darf auch mal richtig gefeiert werden“, betont DAH-Vorstand Winfried Holz.

In den Videos der Kampagne feiern darum viele sehr unterschiedliche Menschen die entlastende Tatsache. So wurde ein Clip ausschließlich aus Handyaufnahmen von Menschen produziert, die sich der Kampagne anschließen wollten.

Denn #wissenverdoppeln heißt auch: selbst aktiv werden und das Wissen weitergeben. Dazu lädt die Kampagne mit verschiedenen Möglichkeiten ein: Besucher_innen der Website können dort ihre eigene Geschichte zum Thema teilen; Post-its, Aufkleber und ein teilbarer Flyer animieren ebenfalls zum Verbreiten der Botschaft.

Außerdem tragen Anzeigenmotive in Zeitungen und Zeitschriften sowie das Fahrgastfernsehen im öffentlichen Nahverkehr von Berlin, Hamburg und München das Wissen in die Welt.

Wissenschaftlich bewiesen

Dass HIV unter Therapie nicht übertragbar ist, beweisen mehrere große Studien. Beobachtet wurden Tausende gemischt HIV-positiv-negative Paare, die über 100.000 Male Sex ohne Kondom hatten, ohne dass es zu einer Übertragung kam. So trägt „Schutz durch Therapie“ heute zu einer erfüllten Sexualität ohne Ängste bei.

Auch im Alltag kann die Information irrationale Ängste beseitigen. Zwar hat noch nie die Gefahr bestanden, sich bei der Zusammenarbeit, beim Sport oder über das berühmte geteilte Trinkglas zu infizieren. Solche Befürchtungen gibt es aber trotzdem noch immer. Wenn nun selbst beim Sex keine Übertragung mehr möglich ist, dann ist die Vorstellung eines Risikos im Alltag wirklich nur noch abwegig.

Mehr Infos

Website

Videos der Kampagne

Gemeinschaftsclip

Umfrage April 2020

Positive Stimmen 2.0 – aktuelle Umfrage zu HIV-bezogener Diskriminierung

Positive Stimmen

Die erste Umfrage zu Stigmatisierung und Diskriminierung von Menschen mit HIV „positive stimmen“ (2012) hat viele und wichtige Erkenntnisse gebracht, wie sehr HIV-Positive in ihrem Alltag Ausgrenzung und Diskriminierung erfahren. Die Ergebnisse waren zentral für die Entwicklung und Weiterentwicklung der Antidiskriminierungsarbeit und haben die Beteiligten und die Communities gestärkt.

Mit “positive stimmen 2.0“ möchte die DAH anknüpfen und neue sowie vertiefende Informationen zur HIV-bezogenen Stigmatisierung erfragen. Man möchte zudem vergleichen, wie sich die Stigmatisierungserfahrungen verändert haben und klare Handlungsempfehlungen für Organisationen, Politik, Verwaltung und andere gesellschaftliche Akteure formulieren und damit konkret einen Beitrag leisten gegen die Stigmatisierung und Diskriminierung von Menschen mit HIV.

Ziel des Projektes ist es, zu dokumentieren, wie Menschen mit HIV in ihrem Alltag Stigmatisierung erleben. Darüber hinaus sollen Menschen mit HIV durch die Mitarbeit in dem Projekt in ihrer Selbstorganisation und der eigenen Auseinandersetzung mit dem Thema unterstützt werden.

Das Projekt besteht aus drei Modulen mit je unterschiedlichen Methoden. Zentraler Bestandteil des Projekts sind peer-to-peer Interviews: HIV-positive Menschen interviewen HIV-positive Menschen zu ihren Erfahrungen mit Stigma und Diskriminierung. Dieses Modul ist die Umsetzung des internationalen Projekts PEOPLE LIVING WITH HIV (PLHIV)-Stigma-Index in Deutschland. Dafür wurden 33 Menschen mit HIV als Peer-Forscher_innen und Interviewer_innen geschult. Von Mai bis voraussichtlich Ende Dezember 2020 führen sie Interviews auf Augenhöhe mit Menschen mit HIV.

In einem weiteren Modul werden bestimmte Themen vertiefend untersucht. Das geschieht einerseits durch eine Online-Umfrage und andererseits durch Fokusgruppen.

„positive stimmen 2.0“ ist ein Kooperationsprojekt der Deutschen Aidshilfe (DAH) und des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ). Darüber hinaus kooperieren wir eng mit den Netzwerken und anderen Organisationen der Selbsthilfe von Menschen, die mit HIV leben und den Aidshilfen und Projekten vor Ort.

Positive Begegnungen

die 21. Konferenz von Menschen mit HIV, ihre An- und Zugehörigen, ebenso Mitstreiter_innen ais Aidshilfen, der Medizin, aus dem Rechtsbereich, der Wissenschaft, Politik und Medien.

06.-09. August 2020 Bremen

Das Motto der diesjährigen Konferenz ist „SELBSTVERSTÄNDLICH POSITIV“. Das Motto soll Mut machen, Mut für ein selbstverständliches und damit auch offeneres Leben mit der Infektion. Mehr offen positiv lebende Menschen sorgen für mehr Sichtbarkeit des Lebens mit HIV. Das hilft selbst- und gesellschaftliche Stigmatisierung abzubauen. Es schenkt Menschen mit HIV mehr Freiheit und zeigt Leben mit HIV als selbstverständlichen Teil in allen gesellschaftlichen Bereichen.

Anmeldung unter: http://www.positivebegegnungen.de

 

 

 

FÄLLT AUS!!!!!!!!!! Workshop für Brandenburger Ärzte: HIV/STI-Prävention und Beratung in der Arztpraxis

FÄLLT AUS!!!!!!!!

LET´S TALK ABOUT SEX – HIV/STI-Prävention in der Arztpraxis

13.11.2019, AIDS-Hilfe Potsdam e.V., 14:00 – 17:00 Uhr

Programm: Programm Potsdam

Anmeldeformular: Anmeldung-18.11.19

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit möchten wir Sie herzlich zu einem Halbtags Workshop in die AIDS-Hilfe Potsdam einladen. Wir hoffen das Thema findet Ihr Interesse, denn Sie sind ein wichtiger Ansprechpartner wenn es darum geht, HIV und STI Infektionen zu diagnostizieren.

Dabei spielt die Kommunikation eine wichtige Rolle. Wo liegen die eigenen Barrieren und Grenzen für die Kommunikation, wenn es um Fragen der Sexualität geht?

Zur Klärung dieser und weiterer Fragen bieten Ihnen die Deutsche AIDS Hilfe und die AIDS-Hilfe Potsdam ein wissenschaftlich evaluiertes Fortbildungsprogramm.

Die AIDS-Hilfe Potsdam und die Deutsche AIDS Hilfe organisieren am Mittwoch, den 13.11.2019 vom 14:00 bis 17:00 Uhr in der AIDS-Hilfe Potsdam einen Workshop für Ärztliches Personal in Brandenburg.

Der Workshop wird von Referent_innen der Deutschen AIDS-Hilfe und Herrn Oberarzt Tillmann Schumacher aus dem Klinikum Ernst von Bergmann durchgeführt.

Für die Teilnahme erhalten Sie 5 Punkte (Kategorie C) der Landesärztekammer.

Für Ihre Anmeldung nutzen Sie bitte das Anmeldeformular bzw. die Mail: sk@aidshilfe-potsdam.de

PrEP ist da: Kassenfinanzierung der HIV-Prophylaxe ab 1. September

Zur PrEP (PräExpositionsProphylaxe) nehmen HIV-negative Menschen ein HIV-Medikament ein, um sich vor HIV zu schützen. Das Medikament verhindert, dass sich das Virus nach dem Eindringen in den Körper vermehren kann. Das Medikament Tenofovirdiproxil/Emtricitabin (Truvada® oder Generika, Abkürzung TDF/FTC) ist in Deutschland zur PrEP bei Erwachsenen mit hohem HIV-Risiko zugelassen.

Ab dem 1. September 2019 haben gesetzlich Krankenversicherte ab 16 Jahren mit einem substanziellen HIV-Risiko Anspruch auf die Medikamente und erforderlichen Untersuchungen für die HIV-Prophylaxe PrEP.
Wer genau ein solches erhöhtes Risiko hat, welche Leistungen die PrEP umfastt und welche Ärzt_innen die PrEPverschreiben dürfen, haben die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen End Juli in einer jetzt veröffentlichenten Vereinbarug festgehalten.

Die Regelungen der Anspruchsberechtigten folgen weitgehend den Deutsch-Österreichischen Leitlinien zur HIV-Prä-Expositions-Prophylaxe aus dem Jahr 2018.

Als Menschen mit „substanziellem Risiko“ gelten:

– Männer, die Sex mit Männern haben, oder trans* Personen, die in den letzten drei bis sechs Monaten Anlaverkehr ohne Kondom hatten und/oder voraussichtlich in den kommenden Monaten Analverkehr ohne Kondomen haben und/oder in den zwölf Monaten vor der Beratung zur PrEP-Verschreibung eine Geschlechtskrankheit  hatten

– Partner_innen von Menschen mit HIV, bei denen HIV noch sexuell übertragbar ist (das heißt, die Zahl der HIV-Viren im Blut liegt noch nicht seit mindestens sechs Monatenen unter 200 RNA-Kopien/ml Blutplasma)

– intravenös Drogen konsumierende Personen, die keine sterilen Spritzenbestecke verwenden, zum Beispiel, weil sie im Gefängnis keinen Zugang dazu haben (nach individueller Prüfung)

– Menschen, die Sex ohne Kondom mit Partner_innen haben, bei denen eine nicht diagnostizierte und damit nicht behandelte HIV-Infektion wahrscheinlich ist, zum Beispiel bei sexuellen Kontakten mit Menschen aus besonders von HIV betroffenen Gruppen (nach individueller Prüfung).

Finanziert werden die für die PrEP nötigen Untersuchungen sowie die Medikamente.

Laut Vereinbarung umfasst die PrEP-Versorgung
– die ärztliche Beratung
– die PrEP-Medikamente (Versicherte zahlen die gesetzliche Zuzahlung) und die Untersuchungen, die vor und während der PrEP erforderlich sind

Weitere Informationen zu finden unter: https://www.aidshilfe.de/hiv-prep

Leitlinien: deutsch-oesterreichische-leitlinien-zur-hiv-praeexpositionsprophylaxe

 

Respekt und Selbstverständlichkeit

Für einen diskriminierungsfreien Umgang mit HIV-positiven Menschen im Arbeitsleben

Deklaration positiv arbeiten

Deklaration gegen Diskriminierung im Arbeitsleben veröffentlicht. IBM, SAP und viele andere: HIV ist Teil von Diversity

Mehr als 50 namhafte Unternehmen und Organisationen haben in Hamburg eine Deklaration gegen Diskriminierung von Menschen mit HIV im Arbeitsleben unterzeichnet.

Am Vortag des Deutsch-Österreichischen Aids-Kongresses (DÖAK) setzen sie damit öffentlich ein Zeichen, vermitteln ein zeitgemäßes Bild vom Leben mit HIV und kündigen konkrete Maßnahmen für einen respektvollen und selbstverständlichen Umgang mit HIV-positiven Kolleg_innen an.

Die Arbeitgeber_innen-Deklaration ist auf Initiative der Deutschen Aidshilfe (DAH) entstanden. Die Liste der Unterzeichnenden reicht von weltweit tätigen Großunternehmen bis zu Einzelhandelsgeschäften, von Verbänden über Städte bis zu lokalen Einrichtungen.

Dazu sagt DAH-Vorstand Winfried Holz:

„Alle gemeinsam machen wir deutlich: HIV braucht im Arbeitsalltag überhaupt keine Rolle zu spielen. Einem ganz normalen kollegialen Umgang steht nichts im Wege. Wir appellieren an alle Menschen in der Arbeitswelt: Tragen Sie dieses Wissen auch in Ihr Umfeld! Es schafft Erleichterung für alle Beteiligten.“

Nach der Erstunterzeichnung in Hamburg sollen nun möglichst viele weitere Unternehmen und Organisationen die Deklaration unterschreiben.

Kolleg_innen wie alle anderen

Bei rechtzeitiger Diagnose und Behandlung können Menschen mit HIV heute leben und arbeiten wie alle anderen. Sie sind genauso leistungsfähig und können jeden Beruf ausüben.

Prof. Dr. Hans-Jürgen Stellbrink, Präsident des Deutsch-Österreichischen AIDS-Kongresses, erklärt:

„Die Medizin hat HIV heute gut im Griff. Die Infektion muss keine Einschränkung mehr bedeuten. Ängste vor einer Übertragung bei der Zusammenarbeit waren schon immer unbegründet. Unter Therapie ist eine Übertragung von HIV prinzipiell nicht mehr möglich. Im Arbeitsalltag ist HIV irrelevant.“

Benachteiligung, Ängste und Vorurteile

Immer wieder jedoch erleben Menschen mit HIV im Beruf Benachteiligung und sind Vorurteilen ausgesetzt: häufiger krank, eine Gefahr für andere, schlecht fürs Image des Unternehmens.
In einigen Unternehmen – vor allem im Gesundheitswesen – gehört sogar der HIV-Test immer noch zur Einstellungsuntersuchung, obwohl er rechtlich unzulässig und das Ergebnis für die Arbeit unerheblich ist.
Der Diskriminierung zugrunde liegen dabei meist völlig veraltete Vorstellungen vom Leben mit HIV, irrationale Ängste vor einer Übertragung und unzulässige moralische Bewertungen.

Akzeptanz ist gut für alle

Die beteiligten Unternehmen begreifen die Deklaration sowohl als Frage individueller Rechte, als auch als Teil ihrer Diversity-Strategien. Sie wissen: Ausgrenzung und die Angst davor machen krank und schaden dem Unternehmen. Akzeptanz ist unerlässlich für ein produktives Betriebsklima.

„Wir haben keine Angst vor Vielfalt. Vielfalt ist für uns wichtig, denn Vielfalt bedeutet Innovation. HIV ist für uns eine von zahlreichen Facetten“, sagt Dr. Ernesto Marinelli, Senior Vice President und Head of HR bei SAP.

Sein offen HIV-positiver Mitarbeiter Jörg Beißel, Senior Facility Specialist, berichtet: „Die Rückendeckung meiner Unternehmensführung bedeutet für mich ein proaktives Bekenntnis: Du bist genau so richtig, wie du bist. Ich finde es sehr gut, dass meine Firma diese Kampagne in dieser Form unterstützt und somit hilft, Aufklärungsdefizite zu beseitigen!“

Norbert Janzen, Personal-Geschäftsführer bei IBM unterstreicht: „Es freut mich, dass wir heute diese Deklaration mitunterzeichnen können – ein wirkliches Highlight in unserer über 10-jährigen Partnerschaft mit der Deutschen Aidshilfe. Die Förderung des Einzelnen hat bei IBM eine über 100 Jahre lange Tradition, sie ist Leitmotiv unserer Firmenkultur. Die Individualität aller Mitarbeitenden als Basis für Innovation und Kundenorientierung ist für den Erfolg unseres Unternehmens auch in Zukunft unerlässlich.“

Axel Wedler, offen HIV-positiver Senior Manager bei IBM, erklärt: „Das klare Bekenntnis meiner Füh­rungskräfte ermutigt mich, überall im Unternehmen weiter offen mit dem Thema umzugehen und anderen als An­sprechpartner zur Verfügung zu stehen. Das fördert Offenheit und Akzeptanz weit über das Thema HIV hinaus.“

Erstunterzeichnende der Deklaration „Für Respekt und Selbstverständlichkeit: Für einen diskriminierungsfreien Umgang mit HIV-positiven Menschen im Arbeitsleben“

Accenture • Aperto • Agentur für Arbeit Hamburg • Arbeitskreis Jugend- und Drogenberatung im Kreis Warendorf e.V. • Architekturbüro Silke Anna Linnemann • art*design • Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration Hamburg • Bochum • Bosch • Caritas Berlin • Daimler • DAK-Ge­sundheit • Deutsche Bahn • Deutsche Bank • Deutsche Druck und Verlagsgesellschaft • Deutsche Eiche / Joseph Sattler GmbH • Dortmund • Deutsches Rotes Kreuz e.V. (DRK) •  DRK Kreisverband Wolfenbüttel • DRK-Landesverband Hamburg • DRK-Landesverband Niedersachsen • Drogenhilfe Schwaben • Elsevier • Flughafen Dortmund • Gasteig München GmbH • Fürth • GEW NRW • GSK • GLS Bank • IBM • IMAGE Ident GmbH • IT-Lorenz • Kare Design • Lyra Apo­theke • Münchener Kammerorchester • Norddeutscher Rundfunk (NDR) • Der Paritätische Berlin • Der Paritätische Gesamtverband • Der Paritätische Hamburg • PwC • Reichshof Hamburg Curio Collection by Hilton • SAP •  Schön Klinik Bad Bramststedt • Techniker Krankenkasse • Mannheim • Megaherz GmbH Film und Fernsehen • München • Nürnberg • Die Piratenpartei • Staatstheater am Gärtnerplatz, München • Stadtreklame Nürnberg • Tech Data • Vivantes • zahlreiche Aidshilfe-Organisationen (Stand: 11.6.2019)

weiter Informationen findet man: http://www.positiv-arbeiten.de